Eutingen

Fit für die großen Gefahrensituationen

von Schwarzwälder-Bote

Eutingen/Göttelfingen. Ein guter Ausbildungsstand bei der Feuerwehr ist wichtig für einen effektiven Schutz der Bevölkerung und gezielte Hilfe in Notsituationen. Um dies zu gewährleisten, setzen die ehrenamtlichen Mitglieder einen beachtlichen Teil ihrer Freizeit ein.

Ein Einsatz unter Atemschutz ist in vielen Situationen notwendig: Nicht nur bei Bränden aller Art, auch wenn es um Gefahrstoffe –­ zum Beispiel in Firmen oder im Güterverkehr geht – oder an Orten, wo sich Atemgifte befinden können wie Silos, Tanks oder Biogasanlagen. Im Laufe der vergangenen Woche hat sich der Ausbildungsstand in der Gesamtwehr Eutingen nochmals ein gutes Stück verbessert. Sieben Feuerwehrleute der Abteilung Göttelfingen und zwei der Abteilung Eutingen wurden zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet. Dafür verbrachten die neun Feuerwehrleute drei Abende sowie den Samstag in der Atemschutzübungsanlage Sulz.

In den 19 Unterrichtsstunden lernten sie theoretische Grundlagen, zum Beispiel über Einsatzgrundsätze, Gefahren an der Einsatzstelle, die Atmung, Atemgifte und die Funktionsweise und Handhabung von Atemschutzgeräten. Das Wissen wurde am Ende in einem schriftlichen Test geprüft.

Hinzu kamen zahlreiche praktische Übungen. So musste bei Belastungsübungen jeder mit voller Ausrüstung mehrfach knapp 20 Meter auf einer Endlosleiter und 60 Meter auf dem Laufband zurücklegen sowie 18 Mal ein 25 Kilogramm schweres Gewicht hochziehen (sogenanntes Hammer ziehen).

Dabei wiegt allein das Atemschutzgerät 17 Kilogramm. Hinzu kommt die Schutzausrüstung mit Hose, Jacke, Handschuhen, Helm, Sicherheitsstiefeln, Gürtel und Beil. Dann ging es ebenfalls mit voller Schutzausrüstung mehrmals durch eine dunkle Kriechstrecke, in der Hindernisse überwunden werden mussten. Die Hindernisse sollen Situationen simulieren, denen ein Feuerwehrmann unter Atemschutz im Ernstfall ausgesetzt sein kann. So müssen zum Beispiel Leitern, Türen und Luken bewältigt werden. Aber auch Hindernisse, die überklettert werden müssen, oder sehr enge Stellen behindern den Weg. Diese Kriechstrecke kann vollständig vernebelt werden, so dass man nur noch tastend vorwärts kommt.

Der dritte Teil der Ausbildung bestand aus praxisnahen Aufgaben, die die Feuerwehrleute in Vierer-Teams lösen mussten. Im Brandraum wurde das richtige Öffnen und Betreten eines brennenden Raums geübt. Dann musste Feuer aus unterschiedlichen Brandsituationen gelöscht werden. Bei der Simulation des Brandes einer Industrieanlage waren Personen (Dummies) aus einer verrauchten Halle zu retten sowie Kanister mit angenommenem gefährlichem Inhalt zu finden und zu bergen. Für die Aufgabe "Tankrettung" mussten die Feuerwehrleute mit Atemschutz unter sehr beengten Bedingungen eine verletze Person aus einem Tank retten.

Damit das Wissen erhalten bleibt, werden in Übungsabenden Situationen nachgestellt, in denen ein Vorgehen mit Atemschutz notwendig ist. Zusätzlich muss jeder Atemschutzgeräteträger einmal im Jahr zu einem Auffrischungskurs nach Sulz. Dort sind erneut einen Tag lang Theorieunterricht, die Belastungsübung sowie praxisnahe Aufgaben zu meistern. All dies leisten die Feuerwehrleute in ihrer Freizeit, um Mitmenschen in Notsituationen helfen zu können.

Zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet wurden von der Abteilung Göttelfingen: Lisa Arndt, René Auberger, Marvin Dengler, Maximilian Kieferle, Andre Mandaric, Sascha Raible und Alexander Waldmann; von der Abteilung Eutingen: Christian Creuzberger und Jonas Ehrmann.