Eutingen

Drei Tenöre sorgen für Herzschmerz

von Alexandra Feinler

Die Rohrdorfer Bibbele etablierten bei der Dorffasnet den neuen Narrenruf "Hühner flattern nuff". Zahlreiche Akteure der Narrenzunft und der Sportfreunde Rohrdorf gestalteten das Programm von Rohrdorfern für Rohrdorfer.

Eutingen-Rohrdorf. Bereits die beiden Moderatoren Manfred "Manne vom Grund" Feldbinder von den Sportfreunden und Manuel Mäder von der Narrenzunft brachten die Gäste zum Lachen. Der Vorsitzende hatte von Marina Schäfer ein Pferdle ins Cowboy-Häs gesteckt bekommen. Vom Alleinunterhalter Alex Vees, der mit Liedern wie "Cordula Grün" und "Halli Hallo" den Abend umrahmte, gab es dafür einen Tusch.

Die Moderatoren mussten bald schon Platz auf der Bühne machen, denn die Kindertanzgarde ließ Filme wie Pippi Langstrumpf, Wickie, Heidi oder Biene Maja lebendig werden. Die jungen Tänzerinnen hatten mit Cindy Herrmann und Chiara Eitelbuß monatelang ihre Figuren und Schritte eingeübt, wofür die kleinen Stars starken Applaus erhielten.

Die Zuschauer dankten auch der Teeniegarde, die mit "Sommer, Sonne, Sonnenschein" in die warmen Monate reiste. Die Zehn- bis 14-Jährigen standen ebenfalls unter der Leitung der beiden Trainierinnen.

Warum Thomas Schmid eine Flasche Wein, Wasser und Cola auf die Bühne stellte, wurde klar, als einer der Zwölfgötter von Rohrdorf in der Bütt stand. "In vino veritas, in Aqua klaritas und in Cola I woiss ned was", erklärte er, dass er keine Ahnung vom Altgriechischen habe. Dafür wusste der Gott, dass ein "Mountainbiker in der Schwalbastroß" nicht abnehmen konnte und daher von Titanus, dem Gott der Fahrradtuner und Leichtbaufanatiker einen Rat forderte. Er soll zwei neue Carbon-Rädle kaufen, wusste der Gott, dass dann der Nicht-Abnehmer und dessen Frau leichter vom Fleck kämen. "Ond obadruff hot er ihm no zwoa neue Hüfta aus eigner Produktion a’dreht. Jetzt isch der Biker tatsächlich um fünf Kilo leichter, aber ao om etliche Tausend Euro."

Kein Auge blieb trocken, so auch beim Mitteilungsblatt mit Carmen Müller. Verantwortlich seien alle, die "was verzehlt hen", wies die Rohrdorferin auf eine Gemeinschaftsschuld hin. Sie habe gehört, dass der Manuel am Fasnetssonntag nach zehn Jahren mal wieder in die Kirche sei. Nach drei Sektstiefeln sei er so durcheinander gewesen, dass er statt seiner Isi doch glatt der Marina vor dem Gespräch mit dem Pfarrer einen Schmatz auf den Mund gegeben habe. Das sei ihm dann während des Gesprächs mit dem Pfarrer aufgefallen.

Zu spät sei es der Lisa gekommen, dass ihr Spiegel und der Busspiegel nicht die gleichen seien. Ihr Spiegel würde immer sagen "Lisa, du bist die Schönste". Als sie mit ihrem Kopf gegen den Busspiegel geknallt sei, habe dieser gesagt "Mensch, pass uff, des tut mir au wei".

Tänzerinnen machen sich auf in den Dschungel

Der Bernd fand beim Tanzen in Baisingen kein Ende und musste vom Manuel abgeholt werden, sonst wäre er noch heute dort. Verlogen sei, dass der Narrenpräsi nicht in seine Vorstandshose gepasst hätte. Richtig sei, dass er lieber als Eierknacker rumspringe, immerhin passe das Häs.

Tränen kamen den Zuschauern auch beim Auftritt von "Manne vom Grund", der anhand von Maltine (Malte Locker) zeigen wollte, wie man eine Frau herumbekommen kann. Das Publikum war die Jury, die verschiedene Methoden auf Erfolg bewerten sollte. In einem knappen Kostüm mit Tigerfell zeigte er Körpereinsatz. Die Rohrdofer, die nicht die "Hechte im Karpfenteich", aber trotzdem verheiratet seien, fragte er nach deren Geheimrezept. "Die Summe hat es ausgemacht", lachte so mancher laut, denn die Maltine musste einiges über sich ergehen lassen.

Sportlich war der Ausschuss der Narrenzunft Rohrdorf in seinen Säcken unterwegs. Manuel Mäder, Johannes und Klaus Schweizer, Nicole und Lars Engelhard, Jörg Socher, Kathrin Steinle und Michael Renz eroberten in der Choreografie von Marina Schäfer und Bianca März die Herzen des Publikums. In den Dschungel machten sich die Tänzerinnen der Narrenzunft Rohrdorf mit den Dschungel-Camp-Profis Bianca März und Emilie Wilhelm auf und fanden auch wieder den Heimweg nach Rohrdorf.

Für Herzschmerz oder eher gegen Hals- und fast Beinbruch sorgten die drei Tenöre der Sportfreunde Rohrdorf. Malte Locker, Matthias Bronner und Lukas Glaser lehnten sich in ihren Skiern so weit hinaus, dass sie fast ausbrachen – dafür aber viel Applaus erhielten. Für jeden Geschmack hatten die Macher der Dorffasnet etwas dabei, sodass sie zu später Abendstunde auf ein gelungenes Fasnets-Festle in der Rohrdorfer Halle blicken konnten.