Epfendorf

Für jene da, die es nicht leicht haben

von Petra Botzenhardt

Wenn man durch Epfendorf geht und die Einwohner nach Paul Bantle fragt, bekommt man immer dieselbe Antwort: "Den Pfarrer? Natürlich kenne ich den. Das ist ja so ein lieber Mensch."

Epfendorf. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Befragten ihn als Verwandten, Freund, Schul- oder Jahrgangskammeraden, oder durch seine seelsorgerische Tätigkeit kennen. In all den Jahren hatte die Verbindung Bestand und so freuen sich die Epfendorfer, dass der Pfarrer sein Fest auch in seiner Heimatgemeinde feiert.

Am Ostermontag, 17. April, um 9.30 Uhr beginnt in der Epfendorfer St. Remigiuskirche der Festgottesdienst, der vom Musikverein Epfendorf feierlich mitgestaltet wird, denn Bantle ist Ehrenmitglied im Verein.

"Rückblickend auf die 60 Jahre meines priesterlichen Dienstes habe ich allen Grund, Gott und den Menschen denen ich begegnen durfte, Dank zu sagen. In diesem Sinne feiere ich in Dankbarkeit zum 60. Jahrestag meiner Priesterweihe ›Eucharistie‹, ›Danksagung‹", meint der beliebte Pfarrer.

Paul Bantle wurde am 17. November 1930 als drittes von vier Kindern der Eheleute Johannes und Josefine Bantle in Epfendorf geboren. Nach dem Besuch der Grundschule Epfendorf wechselte er nach Rottweil auf das Gymnasium und machte dort 1950 das Abitur. Danach folgte das Studium der Theologie an der Universität in Tübingen und dann die Ausbildung im Priesterseminar in Rottenburg.

Am 6. April 1957 erhielt er durch Bischof Carl-Joseph Leiprecht in der Domkirche zu Rottenburg seine Priesterweihe und am 22. April 1957 feierte er in seiner Heimatpfarrkirche St. Remigius Epfendorf seine Primiz. Daran anschließend war er als Pfarrverweser in Zepfenhan mit Feckenhausen und als Aushilfsvikar in Warthausen und Hohenstaufen eingesetzt, bevor er dann, von Januar 1958 bis August 1962 als Vikar in Ochsenhausen angestellt war.

1962 schickte ihn der Bischof in die Nähe von Schwäbisch Gmünd, nach Hussenhofen, das damals zwar eine eigenständige Seelsorgeeinheit, eine sogenannte Kuratie war, aber noch keine eigene Pfarrei. Nach seiner Tätigkeit als Kurat wurde er 1965, als die Kuratie zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, als erster Pfarrer der neuen Pfarrgemeinde investiert.

Von da an galt es, die junge Pfarrgemeinde sowohl innerlich als auch äußerlich aufzubauen. So wurde der Bau der Kirche, des Pfarrhauses, des Kindergartens und des Gemeindehauses mit Jugendräumen vorangetrieben. 28 Jahre lang wirkte Pfarrer Paul Bantle in dieser Gemeinde, bevor er sich vor Vollendung seines 60. Lebensjahres dazu entschloss, noch einen Stellenwechsel zu wagen und sich für die Pfarreien Unterschwarzach und Eggmannsried zu bewerben.

Auf den Tag genau zwölf Jahre lang konnte er dort seinen Dienst als Pfarrer tun, bevor er im Mai 2002 in den Ruhestand nach Aulendorf verabschiedet wurde, wo er sich durchaus wohlfühlt.

Immer wieder übernimmt er dort Gottesdienste in der Pfarrkirche oder auch im Altenheim, er hält Predigten und nimmt die Beichte ab. Denn schon immer sah er es als seine Aufgabe an, für die Menschen da zu sein. Auch und vor allem für die, die es nicht immer leicht im Leben haben. Durch seelsorgerische Gespräche oder durch die Beichte möchte er für die Menschen eine geistige Hilfe sein, damit sie das Leben so annehmen können wie es ist.

Viele gute und interessante Gespräche wird es sicher auch am Ostermontag beim im Anschluss an den Festgottesdienst stattfindenden Stehempfang geben.