Epfendorf

Eltern in Sorge: Droht Schulschließung?

von Marcella Danner

Epfendorf-Trichtingen - Ein sensibles Thema steht kommenden Dienstag auf der Tagesordnung des Epfendorfer Gemeinderats: "Beschlussfassung über die Zusammenlegung des Grundschulstandorts Schlichemklammschule Epfendorf mit deren Außenstelle Trichtingen".

Betroffene Eltern in den Ortsteilen Trichtingen und Harthausen sind nun in Sorge, "ihre Schule" könnte womöglich geschlossen werden. Wie Bürgermeister Mark Prielipp dem Schwarzwälder Boten auf Anfrage erklärt, stehe im Antrag nichts von der Schließung eines der beiden Schulstandorte. In der Klausurtagung des Gemeinderats im November sei die Thematik der Grundschulen in Baden-Württemberg und die aktuelle Situation der Schlichemklammschule mit der Außenstelle Trichtingen aufgezeigt und diskutiert worden. Dazu waren ein Vertreter des Staatlichen Schulamts Donaueschingen sowie die Rektorin der Schlichemklammschule anwesend.

Bei den abgeschlossenen Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 sei deutlich geworden, dass die Gemeinde über viele Gebäude verfüge. Auch bei den beiden Schulgebäuden in Epfendorf und Trichtingen bestehe sehr großer Sanierungs- und Investitionsbedarf.

Um den Schulstandort der Gesamtgemeinde auch für die Zukunft zu sichern, sollte der Gemeinderat entweder den Fokus auf einen zentralen Schulstandort richten, oder dringend anstehende Modernisierungs- und Ausbauarbeiten an beiden Gebäuden angehen, so heißt es in der Sitzungsvorlage. Dazu ging bei der Gemeindeverwaltung Ende März ein Antrag ein, der von elf Gemeinderäten unterzeichnet wurde. Die Räte stellen den Antrag zur Zusammenlegung des Schulstandorts und die Fortführung des Schulbetriebs an einem zentralen Standort zum Schuljahr 20/21. In ihrer Begründung erklären die unterzeichnenden Räte, dass bei den vergangenen Haushaltsberatungen deutlich geworden sei, dass sowohl am Schulgebäude Epfendorf als auch am Gebäude in Trichtingen teils erheblicher Sanierungs- und Investitionsbedarf bestehe. Zudem komme es von seiten der Eltern vermehrt zu Beschwerden über schlecht ausgestattete Unterrichtszimmer. Des Weiteren sei der Schulbetrieb aufgrund der "teils prekären Lehrersituation" nur mit größtem organisatorischen Aufwand aufrecht zu erhalten. Der Ausfall von Lehrkräften könne nur mit Überstunden oder dem Einsatz von Aushilfskräften kompensiert werden. Um den Schulstandort der Gesamtgemeinde nachhaltig zu sichern und zu stärken, müssten zeitnah der Fokus auf einen zentralen Schulstandort gerichtet und die nötigen Modernisierungs- und Umbauarbeiten angegangen werden, heißt es in der Begründung weiter.

Bürgermeister Mark Prielipp betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass nicht die Verwaltung oder der Bürgermeister diesen Antrag auf Zentralisierung gestellt habe, aber die von den Bürger gewählten Gemeinderäte und er selbst in einer Demokratie berechtigt seien, auch unbequeme Zukunftsfragen in einer Gemeinde zu thematisieren und zu diskutieren, um dann gemeinsam Entscheidungen zu treffen.