Enzklösterle

Nych verabschiedet: "Ich werde dieses Amt vermissen"

von Heinz Ziegelbauer

Enzklösterle. Die Gemeinde Enzklösterle hat jetzt erstmals Sondernutzungen von Straßen, Gehwegen und Plätzen satzungsmäßig geregelt und Gebühren dafür festgelegt. In ihrer letzten Gemeinderatssitzung wurde außerdem Petra Nych als Bürgermeisterin verabschiedet.

"Satzung über Erlaubnisse und Gebühren für Sondernutzungen an öffentlichen Straßen in Enzklösterle über den Gemeingebrauch hinaus (Sondernutzungssatzung)" – so heißt die neue, vom Gemeinderat beschlossene Regelung, womit ihr Inhalt schon weitgehend beschrieben ist. Sondernutzungen können vorliegen beispielsweise für das Aufstellen und Lagern von Gegenständen im Zusammenhang mit Bauarbeiten. Auch die Nutzung öffentlicher Flächen für gewerbliche ­Zwecke, wie etwa mit Werbeständern und Schaukästen oder mit Werbeanhängern, mit der Plakatierung entlang von Straßen und mit der Überspannung von Straßen mit Werbung gehört dazu. In der Satzung geregelt sind das Antrags- und Erlaubnisverfahren sowie die für die einzelnen Sondernutzungen zu entrichtenden Gebühren. Mit der Satzung wolle man einheitliche Vorgaben erreichen, führte Sarah Horn als Hauptamts- und Rechnungsamtsleiterin aus. Nachdem in der Satzung eine Gebührenfreiheit für politische Parteien vorgesehen ist, hätte sich Gemeinderat Steffen Frey eine solche auch für örtliche Vereine gewünscht. Verabschiedet wurde die neue Satzung vom Gemeinderat mit einer Gegenstimme und mit einer Enthaltung.

Personell schwierige Zeit

Zum Schluss der letzten Gemeinderatssitzung unter ihrem Vorsitz blickte Petra Nych auf die vergangenen acht Jahre zurück, die sie in einer personell schwierigen Zeit ohne Rechnungsamtsleiter und ohne einen Leiter der Tourist-Info begonnen habe. Größere Maßnahmen in dieser Zeit seien die Sanierung der Simmersfelder Steige, der Breitbandausbau, die Debatte um die Nationalpark-Ausweisung, die Sanierung von ­Brücken, die Anlegung des Mehr-Generationen-Spielplatzes im Kurpark unter Nutzung des Crowd-Funding, die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht sowie Umstrukturierungen in der Verwaltung gewesen. Noch am Laufen seien die Bemühungen für die Wiedereröffnung einer Arztpraxis in Enzklösterle. Nych dankte allen Bediensteten für ihre engagierte Mitarbeit. "Ich werde dieses Amt vermissen, ich habe es gerne gemacht", versicherte sie und beschloss ihr Statement mit "Ich sage Dankeschön für alles", von den Gemeinderäten und Zuhörern mit Beifall quittiert.

Nachdem die Bürgermeisterin zum Ende ihrer achtjährigen Amtszeit auf eine offizielle Verabschiedung verzichtet hatte, nahm Horn die letzte Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz der bisherigen ehrenamtlichen Bürgermeisterin zum Anlass, diese seitens der Verwaltung zu verabschieden.

Dabei würdigte sie das große Engagement Nychs für die Gemeinde Enzklösterle mit einer Präsenz an fast allen Arbeitstagen im Rathaus und mit ihrem Bemühen, für die während ihrer Dienstzeit abgewickelten Projekte höchstmögliche Zuschüsse zu erhalten. Stets habe sie ein Herz für die Belange von Kindern, wie etwa mit der Begleitung der Kindergartenarbeit, gehabt. Besucht habe sie fast alle Veranstaltungen von Vereinen im Ort. Horn bedankte sich im Namen aller Mitarbeiter bei Nych für die von "gegenseitigem Vertrauen getragene Zusammenarbeit" und fügte an: "Wir freuen uns auf die neue Zeit, werden Sie aber vermissen".