Enzklösterle

Mit Freude und Respekt

von Heinz Ziegelbauer

Sascha Dengler ist der neue Bürgermeister von Enzklösterle. Bei seiner Vereidigung sprach er über seine Ziele und darüber, was die Gemeinde so besonders mache.

Enzklösterle. Auf den Tag genau zwei Monate vor seiner Amtseinsetzung in der Festhalle hatte Sascha Dengler (Karlsbad) als Bürgermeister-Kandidat für Enzklösterle bei der Bewerbervorstellung auf der Bühne der Festhalle gestanden. Jetzt, zwei Monate später, war sein Platz als Bürgermeister der Enztalgemeinde vor der Bühne am Rednerpult, weil auf dieser die Aktiven des Musikvereins Platz genommen hatten, um seine Verpflichtung und Vereidigung musikalisch zu begleiten (wir berichteten).

Seine Ansprache war verständlicherweise die letzte an diesem festlichen Abend. Hatte er doch damit die Möglichkeit, allen zur Amtseinsetzung gekommenen Bürgern und Gästen für ihre Präsenz, ihre guten Wünsche und Geschenke zu danken.

Mit seiner schon vor einem halben Jahr getroffenen Entscheidung, sich um die Nachfolge von Bürgermeisterin Petra Nych zu bewerben, habe eine "wahnsinnig spannende und erlebnisreiche Reise" begonnen, führte Dengler aus. Werde er doch am 1. Juni das höchste Amt der Gemeinde mit viel Vorfreude, aber auch mit Respekt antreten. Die von Polizeipräsidentin Caren Denner bewilligte Reduzierung seines Dienstauftrags als Polizeibeamter wertete er als ein Zeichen dafür, welch hoher Stellenwert dem Ehrenamt in der Gemeinde Enzklösterle zugestanden werde.

In den Wochen vor der Wahl und danach habe er schon an vielen Terminen, Sitzungen und Veranstaltungen teilgenommen und sich dabei "pudelwohl" gefühlt. Für die ihm dabei gewährte Unterstützung dankte Dengler. Aber auch seiner Ehefrau Diana, die ihn auf diesem Weg begleitet und unterstützt habe. Sein Dank galt auch Bürgermeisterin Nych und seinen künftigen Mitarbeiterinnen im Rathaus für die gute Kooperation seit seiner Wahl. Von Nych habe er ein gutes Rüstzeug für den Amtsantritt erhalten. Er sah darin einen Beweis, wie sehr ihr Herz an der Gemeinde hänge.

Auch künftig soll die Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort attraktiv bleiben

Das Hineinwachsen sei kein kurzer Spaziergang, sondern eine lange Wanderung. Als Herausforderung für ihn und als Ziel seines Handelns sah Dengler "eine Gemeinde Enzklösterle der Generationen", die möglichst all das bereithalte, was die Menschen zum Wohnen und Leben benötigen. Das bedürfe einer weitsichtigen und nachhaltigen Planung für die Zukunft mit der Notwendigkeit, bestehende Verknüpfungen und Verbindungen zu nutzen. "Das Geld ist strukturbedingt knapp, aber die Pflichtaufgaben sind reichlich", führte Dengler weiter aus und nannte einige Beispiele dafür: Das Etablieren einer praktikablen Lösung für die ärztliche Versorgung in der Gemeinde, die langfristige Sicherung des Kindergarten- und des Schulangebotes, die Fortführung des Breitbandausbaues auch im Kernort, der Kanalanschluss des Bergweges, die Überarbeitung der Vereinbarung mit der Touristik Bad Wildbad und Weichenstellungen dafür, dass die Gemeinde Enzklösterle künftig als Wohn- und Arbeitsort für Jung und Alt attraktiv bleiben könne.

Zusammen mit dem Gemeinderat sei zu überlegen, wo Geld einzusetzen sei, wo Einsparungen möglich seien und mit welchen Investitionen eine dauerhafte Wertschöpfung für die Gemeinde zu generieren sein könnte. "Mit der Bereitschaft, sich keine Denkverbote aufzuerlegen, innovativ, modern und vielleicht auch einmal abseits des ›Main Stream‹ die Herausforderungen anzugehen, kann das durchaus gelingen", so der neue Bürgermeister.

Im touristischen Bereich gebe es viele Trends. Im Dschungel der vielen Attraktionen und möglichen Vermarktungswege sei es wichtig, den Überblick zu behalten und sich für ein passendes, nachhaltiges Konzept zu entscheiden. Er wolle sich für die Nutzung der vorhandenen Ressourcen einsetzen, um, bezogen auf die Gemeinde, authentisch und echt zu sein und zu bleiben. "Die Gemeinde Enzklösterle ist das Heidelbeerdorf im Schwarzwald, ein Tänzer-Mekka und eingebettet in einer wundervollen Natur. Ich möchte mit neuen Impulsen diese Hervorhebungen weiter stärken und für Sie hier alle und für unsere Gäste noch greifbarer machen", versicherte er.

In seinen weiteren Ausführungen ging er auf Überlegungen zur Gewerbeansiedlung ein, um junge Menschen am Ort zu halten. Darunter wollte er auch die Idee "Innovativ arbeiten im Schwarzwald" verstanden wissen und zwar insbesondere in der Folge des Breitbandausbaus.

Die kommenden acht Jahre seiner Amtszeit verglich er mit einer Wanderung auf dem Westweg: Ein Weg, der manchmal steinig, knackig und anstrengend, aber auch verbunden mit atemberaubenden Eindrücken, mit Chancen und positiven Erfahrungen sein könne. Ein Weg den man, wohl bezogen auf die achtjährige Amtszeit als Bürgermeister, auch mehrmals laufen könne, ohne dass es einem dabei langweilig werde.