Enzklösterle

Beeindruckender Gospelabend

von Götz Bechtle

Enzklösterle. "Licht leuchtet auf" war das Thema eines Gospelabends in der evangelischen Kirche in Enzklösterle an Epiphanias, dem "Fest der Erscheinung des Herrn" oder allgemein bekannt als "Dreikönigstag".

Es waren allerdings keine Könige, sondern Weise (Sterndeuter), denen das seltsam aufleuchtende Gestirn am Himmel aufgefallen war, die sich deshalb auf den Weg machten. Ein großer Stern an der Kanzel der Kirche in Enzklösterle verdeutlichte dies, eine Krippe unter dem Weihnachtsbaum zeigte die "Weisen aus dem Morgenland" nahe der Krippe.

Eingeladen zu diesem Gospelabend hatten die evangelischen Kirchengemeinden im Oberen Enztal mit den Geistlichen Martin Kohnle (Enzklösterle), Gottfried Löffler (Wildbad), André Bohnet (Calmbach) und John-André Soevde (Höfen).

Den Gospelabend gestaltete Cornelius Beck aus Tübingen. Beck studierte nach seiner Schulzeit Gesang und Populärmusik in Berlin, war anschließend jahrelang im In- und Ausland als Sänger, Musicaldarsteller, Studiomusiker, Pianist und Arrangeur unterwegs und unterrichtet seit 2011 als Gesangspädagoge in der eigenen Musikschule bei Tübingen im Bereich Gesangsunterricht, Stimmbildung im Chor, Klavierunterricht, Sprecherziehung und Rhetoriktraining. Außerdem leitet er den Soul- und Gospelchor Tübingen. Gospel ist eine christliche afroamerikanische Stilrichtung des Gesangs, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem "Spiritual" sowie Elementen des Blues und Jazz entwickelt hat.

In Enzklösterle eröffnete Beck den musikalischen Part mit dem hoffnungsvollen Song "If I got my ticket" und "Come closer to me", wobei er alle Gospelsongs selbst auf dem E-Piano begleitete.

Geschulte Stimme

"Can nobody love you", melodisch Beethovens Schlusslied aus der neunten Sinfonie nachempfunden, "Why should I?", das bekannte "You raise me up" und "Just in the Lord" waren weitere Gospeltitel, die Beck mit geschulter Stimme und rhythmischer Betonung erklingen ließ. Dazwischen eingeschoben wurden nach der Begrüßung durch Kohnle die Lesung zu Matthäus 2, 1-12, durch Löffler, der entsprechende Impuls zu dieser Bibelstelle durch Bohnet und schließlich Gebet und Vaterunser durch Soevde.

Ein deutschsprachiger Titel, komponiert von Beck, war der Gospelsong "Mein Grund zur Freude", der "durch die Haut geht" wie Kohnle betonte. Die Gospels der ehemaligen Sklaven in den USA gaben ihnen die Hoffnung auf Freiheit und die Kraft ihr Schicksal zu ertragen.

Um mit schwierigen Situationen fertig zu werden, so Kohnle, bleibe nur der Schritt nach vorne, um Gottes Eingreifen zu erleben, denn "wenn Gott uns ansieht, dann wird es hell."