Empfingen

Weniger Strafen dank Streitschlichtern

von Daniel Begemann

Streitschlichter zu sein ist bei den Schülern an der Empfinger Schule beliebt. Sieben Kinder lassen sich dieses Schuljahr neu ausbilden. Bei der Schulung mit Jugendreferentin Maria Vitale zeigt sich, dass die erfahrenen Streitschlichter schon wertvolle Kompetenzen erworben haben.

E mpfingen. Jugendreferentin Mari a Vital e bildet jedes Jahr neue Streitschlichter in Empfingen aus. Bisher durften die Schüler maximal zwei Jahre Streitschlichter sein. Jetzt möchte Vitale das Amt auf ein Ja hr begrenzen. Denn besonders bei den Grundschülern sei das Interesse sehr hoch. Möglichst viele sollen die Chance haben, als Streitschlichter ausgebildet zu werden und aktiv zu sein. "Doch das Amt eignet sich nicht für jeden", sagt Vitale. Erfahrene Streitschlichter, die ebenfalls bei der Schulung für die Neuen anwesend sind, berichten, dass ihre Tätigkeit nicht immer einfach ist. Streit auf dem Pausenhof gebe es fast täglich. Häufig handele es sich um Beleidigungen, erzählt ein Schüler. Beim Fußballspielen komme es oft zu Provokationen. Auch Eifersucht um Freundschaften würde immer wieder vorkommen. Damit lernen die Streitschlichter umzugehen. Sie wissen, wie sie Situationen und Gefühle der Beteiligten erkennen können. Unangenehmer wird es für die Streitschlichter, wenn Schüler gewalttätig werden. Ein Streitschlichter erzählt: "Das ist kein tolles Gefühl, weil man immer die Angst hat, auch selbst einmal etwas abzubekommen." Doch er weiß, wie er mit einer aufgeladenen Situation umgeht: "Wir warten erst einmal ab, bis die Beteiligten sich beruhigt haben, dann reden wir über den Streit."

Im Optimalfall muss kein Lehrer eingreifen. Das ist vor allem für die Streithähne besser. Vitale sagt: "Durch die Streitschlichter gibt es weniger Strafen." Denn wenn ein Lehrer eingreifen muss, gibt es eine Strafarbeit. "Wir wollen präventiv wirken", sagt Vitale. Zudem erwerben die Streitschlichter soziale Kompetenzen. Insgesamt gibt es im neuen Schuljahr 14 Streitschlichter von der dritten bis zur siebten Klasse. Den Schülern macht die Aufgabe trotz der manchmal brenzligen Situationen Spaß. Sie sagen: Wir wollen, dass sich Schüler gegenseitig respektieren, dass es keinen Streit und keine Verletzten gibt."