Empfingen

Unklarheit über Breitbandausbau

von Daniel Begemann

Soll in der Gemeinde Empfingen das Breitbandnetz möglichst bald ausgebaut werden? Für den Gemeinderat ist unklar, wie hoch der aktuelle Bedarf an schnellerem Internet ist und wie die Finanzierung aussehen soll.

Empfingen. Der Landkreis Freudenstadt arbeitet derzeit an einem sogenannten "Backbone"-Glasfasernetz, das eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet gewährleisten soll. Den Gemeinden im Landkreis steht es frei, ein innerörtliches Netz an das "Backbone"-Netz anzuschließen. Die Situation sieht in Empfingen folgendermaßen aus: Laut dem Breitbandatlas ist Empfingen allenfalls in Randlagen unterversorgt, beispielsweise im Bereich Rotwiesen sowie den Gewerbegebieten Autobahnkreuz und Auchtert. Eine finanzielle Förderung würde die Gemeinde nur für Bereiche bekommen, in denen weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung stehen.

Die Gemeinde könnte anschließend an das Backbone-Netz eine Trasse durch den Ort verlegen, von der aus sechs Glasfasern bis in jedes Haus der interessierten Grundstückseigentümer führt. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine finanzielle Beteiligung der Eigentümer nicht vorgesehen. Die Leitung würde an Telekommunikationsanbieter verpachtet werden. Eine Inbetriebnahme des Netzes sei ab 2021 denkbar.

Der finanzielle Eigenanteil der Gemeinde würde bei rund 1,7 Millionen Euro liegen. Falls weniger Haushalte Interesse zeigen, könnten die Kosten geringer ausfallen.

Doch die 1,7 Millionen Euro an Investitionskosten bereiten den Gemeinderäten Sorge. Seit der Umstellung auf den doppischen Haushaltsplan, in dem unter anderem sämtliche Abschreibungen für Gebäude berücksichtigt werden müssen, hat die Gemeinde Probleme, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Außerdem steht der Neubau einer Kindertagesstätte für rund fünf Millionen Euro bevor.

Gemeinderat Uwe Gfrörer stellt die Frage nach der Finanzierung des Netzes: "Wie viel von den 1,7 Millionen Euro bekommen wir durch die Verpachtung der Trasse wieder zurück?" Auch Armin Hellstern meint: "Wir haben überhaupt kein Gefühl dafür, wie viel Geld dabei für die Gemeinde herauskommt." Eine Frage, die bisher unbeantwortet bleibt.

Hellstern regt außerdem an, doch zunächst einmal die tatsächliche Nachfrage nach schnellerem Internet zu untersuchen, bevor man viel Geld in die Hand nimmt. Bürgermeister Ferdinand Truffner sagt dazu, dass zu ihm bisher keine Unternehmer auf das Rathaus gekommen seien, um sich über eine zu langsame Verbindung zu beschweren.

Für den Gemeinderat bleiben am Ende zu viele Fragen offen, um einen Beschluss zu fassen. Letztlich trägt auch noch eine Unklarheit im Beschlussantrag dazu bei, dass Truffner den Tagesordnungspunkt vertagt.