Empfingen

Schlupfwespen leisten gute Arbeit

von Daniel Begemann

Die Behandlung des Holzwurmbefalls im Empfinger Heimatmuseum verläuft sehr positiv. Das hat die Biologin Judith Auer, die das Projekt betreut, bei einer Zwischenuntersuchung festgestellt. Eine Überraschung erwartete sie ganz oben unter dem Dach.

Empfingen. Die Suche nach dem Holzwurm im Empfinger Heimatmuseum ist nicht einfach. Mit einer hellen Taschenlampe und Lineal sucht die Biologin Judith Auer die Stellen an den Balken ab, an denen im Mai die ersten Schlupfwespen ausgesetzt wurden.

Schlupfwespen stechen mit ihrem neun Millimeter langen Stachel in das Holz, um die Larve des Holzwurms zu lähmen und dann ihr eigenes Ei auf die Larve zu legen. Im nächsten Schritt schlüpft die Larve der Wespe und ernährt sich fortan von der Larve des Holzwurms. Die Holzwurmlarve stirbt und nachdem sich die Schlupfwespenlarve verpuppt hat, fliegt die fertige Wespe davon und sucht sich eine neue Wirtslarve zur Eiablage.

Diesen Vorgang haben die Wespen im ersten halben Jahr im Heimatmuseum zufriedenstellend umgesetzt. Denn Auer findet an den Balken mehr kleine als große Löcher. Ein gutes Zeichen: Denn die kleinen Löcher stammen von den Schlupfwespen, die sich im gesamten Museum ausgebreitet haben. Große Löcher sind die Spuren des Holzwurms. An der ersten Stelle, die Auer kontrolliert, findet sie keine neuen Löcher, die von einem Schädling stammen. Auch die nächste Stelle sieht gut aus: "Es sind drei neue Schlupfwespenlöcher hinzugekommen. Das ist sehr positiv", sagt sie. An der dritten Stelle ist noch ein Holzwurmloch hinzugekommen. "Da ist wohl einer noch nicht erwischt worden", sagt sie.

Nachdem sie die drei Stellen untersucht hat, schaut Auer noch ganz nach oben in das Dachgeschoss. Dort stößt sie auf etwas, das sie nicht erwartet hat: Frische Schlupfwespenlöcher, und nicht gerade wenige. "Die haben hier auch genügend Futter", sagt sie. Die Wespen waren also im gesamten Museum aktiv. Da es oben unter dem Dach noch wärmer ist, fühlen sie sich besonders wohl. Die Insekten fliegen ab Temperaturen von etwa 15 Grad. Jetzt im Winterhalbjahr sind sie nicht aktiv.

Doch nicht nur die Schlupfwespen waren fleißig. Im Kampf gegen den Holzwurm hat auch noch ein anderes Insekt geholfen: der Blaue Fellkäfer. Seine Arbeit ist an den kleinen Sägemehlhäufen erkennbar, die sich auf dem einen oder anderen Ausstellungsstück finden lassen. Der Fellkäfer sucht nach dem Holzwurm, frisst ihn und kehrt die Bohrlöcher auch noch aus. Er ist also ein Nutztier im Heimatmuseum.