Empfingen

Katholiken tragen Gott in einer Monstranz durch den Ort

von Jürgen Baiker

Empfingen. Die katholischen Christen in Empfingen feierten am Sonntag das Fronleichnamsfest. Den Festgottesdienst zelebrierte Dekan Alexander Halter, die Fronleichnamsprozession schloss sich dem Gottesdienst an. Dabei wurde das Allerheiligste in der Monstranz mitgetragen.

Dekan Halter in seiner Predigt: "Heute treten wir in die Öffentlichkeit hinaus, wir machen die Türen auf. Wir zeigen uns mit Gott. Wir zeigen Flagge. Wir zeigen eine sichtbare Kirche für den unsichtbaren Gott."

"Ist das Fest nicht zu großspurig?", so Dekan Halter fragend. "Brot ist die Grundlage unseres Lebens, Gott wählte das Brot als Zeichen seiner Gegenwart. Wir bekennen uns gemeinsam zu Gott, den wir in der Monstranz durch die Straßen tragen."

Angeführt von den Klängen des Musikvereins, Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des Männergesangvereins Empfingen, des Schützenvereins und Trachtenträger der Kulturgemeinschaft, bezeugten viele Empfinger Christen in der Öffentlichkeit, was ihnen lieb und wichtig ist. An drei Stationen waren festlich geschmückte Altäre aufgebaut, an denen gebetet und gesungen wurde. Die drei Altäre waren beim Heimatmuseum durch den Heimatkreis, beim Sängerheim durch den Männergesangverein und auf dem Parkplatz bei der Kirche durch das Gemeindeteam und Kinder geschmückt worden. An jedem Altar gab es einen Impuls, gesangliche Vorträge durch den Kirchenchor und den eucharistischen Segen.

Ein Wort des Papstes

Papst Franziskus hat in seinem Schreiben "Evangelii Gaudium" alle Christen aufgefordert: "Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Christi anzubieten. Mir ist eine verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber als eine Kirche, die auf Grund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an eigene Sicherheiten zu klammern, krank ist." Halter sagte: "Was Papst Franziskus sagt, das erfordert von uns in unseren Pfarrgemeinden zum Teil neue Strukturen, sicher aber neues Denken und eine Vision, wie wir künftig als Kirche in unserer Gesellschaft leben wollen. Haben wir keine Angst vor den neuen Formen und Strukturen, die unsere Kirche annehmen wird. Lassen wir uns alle kreativ und fantasievoll auf den Reformprozess ein und gestalten ihn selbstbewusst mit."

In den Fürbitten wurde darum gebeten, die Aufgaben der Zeit zu erkennen und zu verstehen, wie Christen Salz der Erde sein können. "Vertreibe aus unseren Pfarrgemeinden Egoismus und Engherzigkeit. Gib uns Verständnis für einander und Geduld, die das Anderssein aushält", hieß es im Gebet. Gebeten wurde auch um die Schöpfung, dass sie nicht aus dem Lot gerate.