Empfingen

"Iron Mask 2019": Bundeswehrübung auf Innovationacampus

von (sb)

Empfingen - Patrouillierende Soldaten mit Maschinengewehren, gepanzerte Fahrzeuge auf der Preußenstraße, wiederbelebte Bunkeranlagen: Das ABC-Abwehrbataillon 750 "Baden" der Bundeswehr hat derzeit im Innovationscampus Empfingen sein Lager aufgeschlagen.

1994 wurde das ehemalige, im Waldgebiet Heinzelberg vor Empfingen gelegene Munitionsdepot aufgegeben. Aus dem jahrelang brachliegenden Gelände entstand ein Innovations­campus für Forschung und Entwicklung zu Themen der Umwelt­technologie. Nun kehrten im Rahmen des internationalen freilaufenden Manövers "Iron Mask 2019" Soldaten der Bundeswehr und des österreichischen Bundesheeres für einige Tage an den ehemaligen Militärstandort zurück. Nicht mehr als Beherrscher, sondern als Gäste des Campus.

Den heute mit modernster Präsentationstechnik ausgestatteten Bunker "4a" nutzt die fünfte Kompanie des ABC-Abwehrbataillons als Kommandozentrale. Innerhalb weniger Stunden werden im Gelände Sicherungsposten am Campuszugang und der Doppelzaunanlage aufgestellt, Feldküche und Zeltlager aufgeschlagen, Bunkerquartiere bezogen und die zahlreichen Fahrzeuge (Versorgungs-, Dekontaminations-, Mannschafts- und Gefechts-Lkw) in Stellung gebracht.

Auftrag des ABC-Abwehrbataillons ist die Abwehr von Wirkungen atomarer, biologischer und chemischer Kampfmittel ("ABC") durch "A-/C"-Aufklärung, B-Probenahme, Dekontamination, Wasseraufbereitung und auch Wetterbeobachtung. Ziel der Übung, die mit rund 700 Soldaten und 200 Fahrzeugen im Süddeutschen Raum stattfindet, ist unter anderem die Erhöhung der Einsatzbereitschaft des multinationalen Verbandes sowie die Intensivierung und Synchronisation von Abläufen und Verfahren, berichten die Führungsoffiziere der Campusleitung.

Freundliche Soldaten

Die Besonderheit liegt auch darin, dass die Truppenteile nicht an Liegenschaften gebunden sind, sondern im gesamten Übungsraum Marschbewegungen stattfinden. Solche Übungen, die über Wochen und weite Distanzen gehen, sind heute in der Bundeswehr selten geworden, stellen jedoch einen wichtigen Bestandteil der Truppenausbildung dar. Vielerlei Einzelziele in Komplexität und Intensität intensiv zu koordinieren und in ganzheitliche Szenarien zu ordnen, ist nur in solchen Großmanövern möglich. Es gilt im Übungszeitraum, mit vorhandenen Ressourcen hauszuhalten und äußerst planvoll vorzugehen: fachspezifische und Routineaufgaben sind zu erledigen, Lenk- und Ruhezeiten zu beachten sowie die Eigensicherung der Soldaten im öffentlichen Raum sicherzustellen.

"Der Campus ist für uns ein goldenes Ei, er spart uns Kräfte, ist ein perfekter Verfügungsraum, der uns hilft, uns auf unsere wesentliche Ziele zu konzentrieren", so der verantwortliche Major und sein stellvertretender Hauptmann. "Für uns war es selbstverständlich, dem Bataillon, welches auf der Suche nach einem geeigneten Quartier für einige Tage war, zu helfen und Flächen auf unserem Campus zur Verfügung zu stellen. Wir sehen den Auftrag dieses Verbands als überaus sinnvoll für die Sicherheit unseres Landes an. Da sind wir gerne behilflich", sagt Armin Gallatz, Geschäftsführer von E²U, dem Empfinger Entwicklungszentrum für Umwelttechnologie. "Beeindruckend ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der mehr als 100 Soldaten gegenüber den Campusmitarbeitern. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen ist das Campusgelände für die Bundeswehr immer gerne geöffnet."