Empfingen

"Hotel zur wilden Biene" entsteht

von Jürgen Baiker

Hatte man in den vergangenen Jahren immer Nistkästen und Vogelhäuschen gebaut, so stand dieses Jahr beim Empfinger Obst- und Gartenbauverein (OGV) der Bau eines Insektenhauses auf dem Ferienprogramm.

Empfingen. Trotz schlechten regnerischen Wetters hatten sich 15 Kinder in der Vereinshütte des OGV Empfingen eingefunden. Aufgrund der vielen Anmeldungen hätte man auch zwei Nachmittage machen können, so groß war das Interesse.

Hans Walter, stellvertretender OGV-Vorsitzender, hatte einiges vorbereitet. Blechdosen waren an kleinen Holzbrettchen angeschraubt, damit man sie später aufhängen kann. Dann hieß es, diese Dosen zunächst mit Bambusröhrchen beziehungsweise Röhrchen aus anderen Materialien, so aus Pappkarton oder ähnlichem, zu füllen. Dabei musste die Öffnung der Röhrchen für die Bienen zugänglich sein. Dann wurde Baumrinde um die Blechdosen herum mit einem Baukleber, der schnell hart wurde, angeklebt. Und schon war ein schmuckes Insektenhaus fertig. Jedes Haus erhielt noch ein Schild mit der Aufschrift "Hotel zur wilden Biene". In den nächsten Tagen wird man einigen solcher Hotels im Empfingen begegnen können.

Über das Leben der Wildbienen war von Hans Walter noch einiges zu erfahren. Die Honigbienen nehmen immer mehr ab. Es gibt weniger Imker, das heißt der Nachwuchs fehlt. Auch die Variomilbe und die Chemie in der Landwirtschaft setzt den Honigbienen zu.

Von der Wildbiene gibt es 200 Arten. Die Wildbiene lebt einzeln, nicht in einem Staat. Durch einen sogenannten Hochzeitflug sorgt sie für Nachwuchs. Die Eier dazu legt sie in solchen Bienenhotels (Insektenhäusern) ab. "Daraus entwickelt sich die nächste Generation von Wildbienen", so Hans Walter.

Zum Abschluss des Nachmittages gab es noch ein kleines Vesper: gegrillte Rote mit Wecken und etwas zu Trinken. Betreut wurden die Kinder von Herbert Gaus, Heinz Briegel, Hans Walter, Philipp Müller, Josef Hellstern und Josef Kleindienst.

Im Gespräch mit Hans Walter war noch zu erfahren, dass es in der Obstanlage im Fischinger Weg keine Leerflächen gebe. Für Pächter gebe es sogar eine Warteliste. Der Obstertrag werde dieses Jahr auch sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wann die Bäume geblüht haben.