Empfingen

Ein Zuhause für Mensch und Biene

von Wiebke Jansen

Für die Gemeinderatswahl in Empfingen hat sich die 29-jährige Lehrerin Verena Hinger aufstellen lassen. Privat imkert sie mittlerweile.

Empfingen. "Ich bin schon immer Empfingerin gewesen", erklärt Verena Hinger. Ihre Kindheit und Jugend hat sie in Empfingen verbracht, der Großteil ihrer Familie stammt von hier. Jetzt kandidiert sie erstmals für den Gemeinderat für die Liste der Bürger Union. "Weil Empfingen meine Heimat ist. Im Gemeinderat habe ich eine Stimme, was die Ortsentwicklung angeht." Besonders am Herzen liegt ihr die Wohnraumentwicklung. Hinger zeigt einen Abschnitt am Rande Empfingens mit Neubauten, die Gemeinde ist in die Weite gewachsen. Die älteren Häuser im Ortskern verkommen hingegen, bedauert sie. Wie kann man Flächen besser nutzen, ist ihr Anliegen. "Man sollte die Gemeinde gleichzeitig aber ländlich gestalten", erklärt sie. Denn immerhin ist man auf dem Land. Außerdem gehe sie das Thema Wohnraum und Bebauung persönlich auch etwas an, da für sie auch der Lebensabschnitt anbricht, in dem sie und ihr Partner übers Bauen und Familienplanung nachdenken.

Rückkehr in die Heimat

Ein Jahr lang war sie nach dem Abitur für ein Work-and-Travel-Jahr in Kanada, danach ging sie zum Studieren erst nach Konstanz und dann ach Karlsruhe. Doch ist sie während ihres Studiums auch immer wieder an Wochenenden zurückgekommen. Und auch jetzt lebt sie wieder in Empfingen, vor etwa einem Jahr ist sie zurück in ihre Heimatgemeinde gezogen. Mittlerweile unterrichtet sie als Lehrerin an der gewerblich-technischen Berufsschule in Schramberg Fertigungstechnik und Wirtschaftskunde, studiert hat sie Wirtschaftsingenieurswesen.

Was sie als Gemeinderätin auszeichnen würde, weiß sie auch. "Ich kann mich gut durchsetzen", schmunzelt sie. "Und ich versuche, eine begründete Meinung zu haben und zu Themen zu recherchieren." Ihr ist eine Grundlagenargumentation wichtig, keine, die auf Bauchgefühlen basiert. Junge Menschen sollten sich politisch interessieren, findet sie. "Was wir entscheiden, entscheiden wir für uns." Auch die Friday-for-Future-Demonstrationen hält sie für eine gute Sache, weil Jugendliche hier für ihre Zukunft protestieren. Im Gemeinderat kann man sich eine Stimme verschaffen. "Man kann zumindest ein kleines Zahnrad im Getriebe sein", meint sie.

Seit Kurzem hat Hinger ein neues Hobby für sich entdeckt, für das sie auch Zeit in der Natur verbringen muss. Sie imkert und hat ihr eigenes Bienenvolk. Wie viele Bienen genau unter ihren Fittichen sind, weiß sie nicht, es ist schwer, die Insekten zu zählen. Die Völker können mehrere Tausend Bienen umfassen. Mit der Imkerei kann Hinger außerdem einen kleinen Beitrag gegen das Insekten- und Bienensterben leisten.

Als Empfingerin ist sie auch fest im Vereinsleben eingebunden. Schon vor ihrem Weggang war sie im Fahrradverein, sie ist Kunstfahrrad gefahren. Das ist ähnlich dem Voltigieren, nur anstelle eines Pferdes turnen die Sportler auf Fahrrädern. Heute spielt sie Volleyball, fühlt sich dem Fahrradverein aber immer noch tief verbunden.

Bekannt in Empfingen

Auf die Liste der Bürger Union ist sie gekommen, nachdem sie von dieser angesprochen wurde. Sie sei bekannt in Empfingen, habe man zu ihr gesagt. Nach einigen Treffen und Infoabenden hat Hinger entschieden, zu kandidieren. "Ich dachte, das versuche ich mal", lächelt sie. Eine politische Karriere schließt sie nicht aus, aber jetzt möchte sie erst einmal sehen, ob ihr die Arbeit im Gemeinderat gefällt und "erste politische Erfahrungen sammeln".

Geburtsdatum: 13. Dezember 1989 in Horb

Wohnort: Empfingen

Beruf: Berufsschullehrerin

Hobbys: Mountainbiken, Wandern, Ski fahren, Imkern

politische Schwerpunkte: Wohnraumentwicklung, Freizeit- und Bildungsangebote