Empfingen

Ein langer Weg bis zur Gründung

von Jürgen Baiker

Das Empfinger Pflegehaus Rosengarten feiert am Samstag, 13. Oktober, im Rahmen eines Herbstfestes sein zehnjähriges Bestehen.

E mpfingen. Monika Obstfelder, Eigentümerin des Pflegehauses Rosengarten, erinnert sich noch: Sie sei in den Jahren vor und nach 2000 an dem verfallenen Gasthaus Rosengarten immer wieder vorbeigefahren. Die Lage dort habe ihr gut gefallen. Das leer stehende Gebäude habe sie noch als ideal für die Kurzzeitpflege betrachtet. Gern habe sie es für dieses Projekt umbauen wollen. Warum diese Kurzzeitpflege? Monika Obstfelder hat in Starzach einen ambulanten Pflegedienst. Viele dieser Patienten seien zu Kurzzeitpflegen in verschiedenen Heimen untergebracht. Beim damaligen Bürgermeister Albert Schindler habe sie nachgefragt, ob ein Kurzzeitpflegeprojekt möglich ist. Aber sie selbst habe auch bald bemerkt, dass das Risiko für Kurzzeitpflege zu groß sei, bestehe doch die Gefahr, dass es viele Leerzeiten geben könnte.

Baubeginn ist 2006

Ja hre habe sie einen Bagger vor dem alten Gasthaus stehen sehen, der für den Abriss eingesetzt worden sei. Die Enttäuschung sei groß gewesen, denn der Traum sei weg gewesen. Zwei bis drei Jahre lag das leere Grundstück brach. Der Gedanke an ein Bauprojekt für die Kurzzeitpflege habe sie nicht losgelassen. "Jetzt probiere ich es", so ihr Wille. Sie habe einen Architekten mit einer Planung beauftragt. Eine Seniorenwohngemeinschaft mit Kurzzeitpflege sollte entstehen. Landratsamt und Krankenkassen hätten ihr zu verstehen gegeben, dass dies nicht machbar sei. Ein Projekt, bei dem es auch um die Pflege geht, müsse der Heimaufsicht unterliegen. So sei daraus die Idee einer stationären Pflegeeinrichtung mit acht Dauerplätzen und acht Kurzzeitplätzen entstanden. Für die Kurzzeitpflege seien vier Doppelzimmer vorgesehen gewesen. Baubeginn war Ende 2006. Während der vorausgegangenen Planungsphase habe es viele Vorschriften gegeben, die dazu geführt hätten, dass das Baugesuch elfmal geändert werden musste. Da sei es unter anderem um die Stellplätze und die Mauerabstützung gegangen. Monika Obstfelder sagt: "Wenn ich dies vorher gewusst hätte, hätte ich dieses Projekt nicht gemacht." "Aber bei der sich anschließenden Realisierung gab es wunderbare Leute, die mich unterstützt haben, ja dies sogar von der Heimaufsicht und den Krankenkassen."

Wie ist die Lage heute? Acht Einzelzimmer und vier Doppelzimmer. Seit Beginn – Einweihung im Oktober 2008 – sei das Haus immer voll belegt. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit kümmern sich um das Wohl der Heimbewohner. Darunter sind drei Auszubildende. Von diesen wiederum studiert Maximilian Bott Altenpflege an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. Es ist eine neue Ausbildung. Nach drei Jahren ist er Pflegefachkraft, nach weiteren eineinhalb Jahren Studium schließt er mit dem Bachelor ab. Der praktische Teil wird im Rosengarten absolviert.

16 Heimbewohner

"Seit Beginn des Rosengartens gab und gibt es immer Auszubildende zum Beruf der Altenpflegerinfachkraft. Alle haben ihre Ausbildung mit guten bis sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Auch wenn sie aus sehr unterschiedlichen nachvollziehbaren Gründen nicht blieben, so gibt es zu den ehemaligen Auszubildenden heute noch gute Kontakte", so Obstfelder.

Je des Jahr gibt es Feste im Frühjahr, Sommer und Herbst, dazu eine gemütliche Weihnachtsfeier, zudem weitere verschiedene Veranstaltungen, die durchaus auch einen kulturellen Aspekt haben. Monika Obstfelder erinnert sich noch gern an die Singnachmittage mit Reiner Blumenschein und Heinrich Wagler.

Im Rosengarten sind bisher 260 Heimbewohner untergekommen, darunter 60 Kurzzeitpflegende. Aktuell sind im Rosengarten 16 stationäre Heimbewohner. Dreiviertel der Bewohner sind seit etwa fünf und mehr Jahren dort, einige sogar seit acht Jahren. Darauf sei Obstfelder stolz. Die allgemeine Statistik besag, dass männliche Heimbewohner durchschnittlich 18 Monate im Pflegeheim sind, Frauen durchschnittlich 35 Monate. Im Pflegehaus Rosengarten Empfingen sind die Heimbewohner durchschnittlich fünf Jahre lang.