Empfingen

Bienen-Seuche: weiterer Befall?

von Lena Straub

Die amerikanische Faulbrut macht Imkern bei Bergfelden und auf dem Kirchberg (Kreis Rottweil) zu schaffen (wir berichteten). Einen "sehr starken Verdacht" hat das Veterinärsamt allerdings auch für einen Bienenstand in Wiesenstetten und bei Haigerloch.

Empfingen-Wiesenstetten/Haigerloch. Sie greift die Brut an und hat zur Folge, dass ganze Bienenvölker getötet werden müssen – die amerikanische Faulbrut. Der Erreger dieser Krankheit ist das Sporen bildende Bakterium Paenibacillus larvae. Es befindet sich im Futter der Larven. Die erwachsenen Bienen sind nicht gefährdet, allerdings tragen sie den Erreger in sich.

Durch die derzeitige Kälte besteht keine Verschleppungsgefahr

Der Imker aus dem Kreis Rottweil, dessen Bienen befallen sind, hat auch in Wiesenstetten und bei Haigerloch Völker. Was Wiesenstetten betrifft, geht das Veterinäramt des Landkreises Freudenstadt von einem möglichen Befall aus. Proben wurden bereits nach Freiburg in das tierhygienische Institut eingeschickt. Ergebnisse wird es allerdings erst in der kommenden Woche geben. Bis dahin dürfen die Bienen nirgends anders hingebracht werden und auch andere Imker dürfen keine neuen Bienenvölker ansiedeln. Die umliegenden Stöcke wurden bereits begutachtet, es wurden jedoch keine Anzeichen der Tierseuche festgestellt. "Wir setzen jetzt darauf, dass die Imker durch die Berichterstattungen sensibilisiert werden und sich bei einem Befall dann auch gleich ans Veterinärsamt wenden", erklärt Amtsleiter Edmund Hensler. Bei der amerikanische Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Seuche. Für den Menschen ist sie jedoch unschädlich. Zudem bestehe durch die derzeitige Kälte keine Verschleppungsgefahr.

Wenn die Testergebnisse ergeben sollten, dass es sich um die amerikanische Faulbrut handelt, dann muss auch bei Wiesenstetten ein Sperrgebiet errichtet werden, so wie das bei Bergfelden und auf dem Kirchberg schon der Fall ist.

Doch wie gefährlich könnte sie auch für Bienenvölker in der umliegenden Region sein? Derzeit sei dies ein laufendes Verfahren, erklärt Lorenz Hellstern aus Horb, der Vorsitzender des Imkervereins Dettingen und Bienensachverständiger für das Gebiet Empfingen ist. Problematisch könnte es werden, wenn befallene Bienen in das Flugloch eines anderen Volkes fliegen oder wenn ein Bienenvolk das andere ausräubere. Denn das Bakterium bleibt beim normalen Reinigen in den Kisten mit welchen Bienenvölker transportiert werden. Nur Ausbrennen oder Auswaschen mit Säure helfe, so Hellstern. Anstecken würden sich Bienen aber vor allem durch billigen ausländischen Honig. Denn befallene Bienen werden in einigen Ländern mit Antibiotika behandelt, was den Erreger nicht abgetötet. So wird der Honig belastet, mit dem einige Imker ihre Bienen füttern.