Emmendingen

Ist der "Todesraser" schuldfähig?

von Ralf Deckert

Emmendingen/Kreis Emmendingen - Im Prozess gegen den mutmaßlichen "Todesraser" von Denzlingen haben am Montag mehrere Zeugen berichtet, wie sie das Fahrverhalten des angeklagten Kai M. und seines mittlerweile toten Freundes Jean S. wahrgenommen haben.

Die beiden PS-starken Wagen hätten bei dem angeblichen illegalen Autorennen Ende Januar förmlich "aneinander geklebt", so eine Aussage. Das Fahrverhalten der beiden Männer sei "schockierend" gewesen.

Kai M. (25) steht im Verdacht, das illegale Autorennen auf der B 3 zwischen Emmendingen und Freiburg angezettelt zu haben, bei dem eine unbeteiligte Autofahrerin ums Leben kam, als der knapp 700 PS starke Audi des beim Unfall ebenfalls getöteten Jean S. in ihr Auto katapultiert wurde. Die 27-jährige Nicole H. aus Waldkirch war auf der Stelle tot.

Dem angeklagten Zeitsoldaten Kai M. wird fahrlässige Tötung in zwei Fällen und grob fahrlässiges Verhalten im Straßenverkehr vorgeworfen. Sein Anwalt hat gestern ein psychologisches Gutachten beantragt, das die Schuldfähigkeit des Mannes klären soll.

Kai M. soll seit einem Afghanistan-Einsatz traumatisiert sein, so der Anwalt. Deswegen befinde sich M. auch seit mittlerweile drei Jahren mit Unterbrechungen in psychologischer Behandlung. Der Prozess wird fortgesetzt.