Eishockey

Wild Wings verlieren wieder - diesmal in Köln

von Sandra Hennig

Kölner Haie – Wild Wings 3:0 (2:0, 1:0, 0:1). Bei der bislang besten Defensive der Liga war für die Schwenninger Wild Wings auch am neunten DEL-Spieltag nichts zu holen. Den Kölner Haien musste sich das Team von Pat Cortina mit 1:3 geschlagen geben.

"Wenn man eine Ketchup-Flasche lange genug schüttelt, kommt irgendwann ein ganzer Schwall heraus", hatte Tobias Wörle noch vor der Partie gesagt. Eine Metapher für das, was sich die Wild Wings seit Saisonbeginn wünschen: Durchschlagskraft in der Offensive. Chancen waren zuletzt – auch gegen Berlin – keine Mangelware, nur im Tor wollte der Puck nicht landen.

Eigentlich hätte den Wild Wings dieses Spiel gegen die Eisbären Mut geben sollen – doch in Köln starteten die Schwenninger denkbar schlecht. Schon in den ersten Minuten brannte es im ihrem Drittel lichterloh. Kölns Pascal Zerressen zog aus der Distanz nach zwei Minuten einfach ab –­ und traf ins obere Eck zum 1:0. Marco Wölfl, der für Dustin Strahlmeier den Kasten der Schwenninger hütete, blieb ohne Chance. Doch damit nicht genug. Vier Minuten später musste Wölfl ein zweites Mal hinter sich greifen. Nach einem Bullygewinn gab Colby Genoway auf Sebastian Uvira ab, der Dominik Bohac entkam und auf 2:0 erhöhte.

Nach einer kurzen Schockstarre schienen die Schwenninger aufzuwachen. Gefährlich wurden sie vor Kölns Tor aber erst kurz vor der ersten Drittelpause, als Marcel Kurth aufs Tor zielte. Rihards Bukarts kämpfte um den Nachschuss, doch Keeper Gustaf Wesslau kam ihm zuvor – im Netz landete nur Bukarts selbst.

 

Ins zweite Drittel startete Schwenningen erneut wenig verheißungsvoll. Zwar kamen die Wild Wings in der 21. Minuten zu ihrem ersten Powerplay – Genoway hatte Andrée Hult gehalten und musste in die Box­ – doch Profit sollten sie daraus nicht schlagen. Jussi Timonen ließ sich in der neutralen Zone den Puck von Felix Schütz abluchsen. Dieser lief gemeinsam mit Alexander Oblinger auf Wölfl zu, schloss aber selbst ab. Marc El-Sayed, der Wölfl zur Hilfe eilen wollte, fuhr in diesem Moment seinen eigenen Keeper um –­ der Puck prallte unglücklich an El-Sayeds Kufe ab und rutschte unter Wölfls Bein hindurch ins Tor.

Zwar bewiesen die Schwenninger Moral, liefen viel und kamen häufiger ins Kölner Drittel. Wirkliche Torgefahr ging jedoch weder von Wörle (25.) noch von Rech (29.) oder Kurth (30.) aus. Einzig das Unterzahlspiel der Wild Wings war erneut stark.

"Es geht jetzt um unseren Stolz", hatte Petteri Väkiparta, Co-Trainer der Wild Wings, in der Pause gesagt. Und tatsächlich traten die Schwenninger im Schlussdrittel verbessert auf, erspielten sich gute Möglichkeiten. Pat Cortina hatte umgestellt: Bukarts stürmte mit Wörle und Danner. Und dann klappte es. Rech sprintete zehn Minuten vor Spielschluss ins Kölner Drittel, legte quer auf Bukarts. Dieser behielt den Überblick und fand erneut Rech vor dem Kasten, der zum 1:3 traf. Am Ende entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – doch für den Anschluss reichte es nicht mehr.

"Unser emotionaler Tank war nach dem Spiel gegen Berlin leer", sagte Pat Cortina. "Das hat man auf dem Eis gesehen. Wir haben zu passiv begonnen und abgewartet, was Köln macht. Diese zwei schnellen Tore waren ein Schlag. Das 3:0 war spielentscheidend. Im letzten Drittel haben wir besser agiert. Darauf müssen wir aufbauen."

Tore: 1:0 Zerressen (02:16), 2:0 Uvira (05:30), 3:0 Schütz (21:45), 3:1 Rech (49:42).

Schiedsrichter: Marc Iwert (Harsefeld), Daniel Piechaczek (Ottobrunn).

Zuschauer: 7534.