Eishockey

Wild Wings: Schwierigste Phase der Saison

von Kevin Schuon

Die beiden Top-Teams aus Berlin (Donnerstag, 19.30 Uhr) und Köln (Sonntag, 19 Uhr) vor der Brust, dazu fallen vier Stürmer verletzt aus. Die Wild Wings stehen vor der bisher schwierigsten Phase in der noch jungen DEL-Saison.

Diese beiden Partien könnten für die Schwenninger zu einer Zerreißprobe werden. "Jetzt zeigt es sich, ob sich die Mannschaft in den ersten Wochen der Saison weiterentwickelt hat", erklärt Coach Pat Cortina. "Diese Situation zwingt uns dazu, gnadenlos effektiv zu sein." Dies war am vergangenen Sonntag bei der 1:4-Niederlage in Wolfsburg nicht der Fall. "Wir müssen in den entscheidenden Situationen cleverer spielen", fordert Cortina.

Gegen Berlin am Donnerstag stehen ihm nur drei reguläre Sturm-Reihen zur Verfügung. Marc El-Sayed (Unterarm-Fraktur), Andreé Hult, Istvan Bartalis und Tobias Wörle (alle Oberkörperverletzung) fallen allesamt aus. Deshalb werden Kyle Sonnenburg und Dominik Bohac gemeinsam mit Lennart Palausch die vierte Reihe bilden. Die beiden Verteidiger kehren nach Verletzung und Krankheit wieder zurück und sollen auf diese Weise wertvolle Eiszeit sammeln. "Ich glaube, sie tun sich im Sturm zunächst leichter", erklärt Pat Cortina diese Maßnahme. Er erhofft sich von dieser Reihe gleichzeitig viel Energie. "Kyle ist ein guter Schlittschuhläufer und Dominik körperlich sehr stark." Im Tor wird Dustin Strahlmeier beginnen.

Dass die Wild Wings wegen der Verletzten-Misere noch einmal auf dem Transfermark aktiv werden, scheint nahezu ausgeschlossen. "Es ist eine schwierige Phase – ohne Frage", weiß Manager Jürgen Rumrich. Eine Nachverpflichtung lasse der finanzielle Spielraum aber einfach nicht zu. "Andere Teams stecken in ähnlichen Situationen und müssen auch damit klarkommen. Jetzt müssen eben andere Spieler in die Bresche springen. Nun haben sie die Chance, sich zu zeigen."

Bei Pat Cortina herrscht sogar die Hoffnung, dass Bartalis, Hult oder Wörle am Sonntag gegen die Kölner Haie zum Einsatz kommen können. Besonders groß sei diese jedoch nicht. "Wir müssen bei ihnen von Tag zu Tag schauen", erklärt er. Er muss auch optimistisch sein: "Wir haben jetzt zehn Spiele in drei Wochen. Das ist mit nur drei Sturmreihen nicht zu schaffen", weiß er. Positiv sei auch, dass die Einstellung der Mannschaft stimmt: "Sie hat verstanden, wie schwierig die aktuelle Situation ist."

Vor dem kommenden Gegner hat der Schwenninger Coach höchsten Respekt. Berlin steht momentan auf dem zweiten Tabellenplatz und hat einen Top-Saisonstart hingelegt. "Wir haben mehr Qualität im Kader und spielen mit einer besseren Struktur", fasst Eisbären-Sportchef Stefan Ustorf die Gründe für den Erfolg zusammen. Trainer Uwe Krupp ist vor der Partie gegen die Wild Wings gewarnt. "Alle Mannschaften lassen Punkte gegen Schwenningen liegen, da muss man hellwach sein", betont Krupp. "Immerhin haben die Schwenninger bisher die wenigsten Gegentore kassiert." Bei den Berlinern fällt Kapitän André Rankel (Muskelfaserriss) aus.