Eishockey

Wild Wings: "Drei Schritte nach vorne machen"

von Gunter Wiedemann

Jede Menge Vorschusslorbeeren und viel Euphorie bei den Fans: Schwenningen wollte gleich am ersten DEL-Wochenende ein Zeichen setzen. Doch die Realität sah anders aus.

Kein Zähler, 15 Gegentore und haarsträubende Fehler – das Schlusslicht der vergangenen Saison trägt schon wieder die rote Laterne. "Wir haben zwei Schritte zurück gemacht, nun müssen wir drei Schritte nach vorne machen. Wir müssen nun Punkte sammeln. Und dafür brauchen wir auch die Unterstützung der Fans, deren Fassungslosigkeit am Freitag aber natürlich verständlich war", betont Coach Paul Thompson.

Sicher – im Vergleich zum 4:10 gegen Ingolstadt war beim 3:5 am Sonntag in Wolfsburg eine Leistungssteigerung erkennbar. Doch nach dem "Horrorfilm", so Thompson, vom Freitagabend war dies eine Selbstverständlichkeit. Dass es aber trotz einer frühen 1:0-Führung nicht zu den ersten Punkten der Saison reichte, lag auch an unerklärlichen Patzern. "Wir müssen diese individuellen Fehler abstellen. Das ist auch eine Frage der Konzentration", weiß Thompson, dass die Schwenninger auch am Sonntag in Wolfsburg zu viele Geschenke verteilten. "Dabei hatten wir eigentlich die besseren Chancen." Zwei davon verwertete Jamie MacQueen, der mit vier Toren und einer Vorlage der derzeit beste Scorer und Torschütze der DEL ist. "Jamie erfüllt seine Aufgaben", hofft Thompson, dass sich die Teamkollegen den Kanadier zum Vorbild nehmen.

 

Während also die Defensive auch bei soliden Grizzlys zu große Lücken offenbarte, gab es – neben MacQueen – zwei weitere positive Aspekte. In Sachen Bullys belegen die Schwenninger mit 53,2 Prozent gewonnenen Duellen den dritten Platz im DEL-Ranking, dazu wurden bisher 20 Prozent der Überzahlsituationen verwertet. "Und dies waren ja zwei Ziele vor der Saison", stellt der Brite klar.

Klar ist aber eben auch, dass Spiele zumeist in der Defensive entschieden werden. Und hier haben die Schwenninger – auch die beiden Torhüter – enormen Steigerungsbedarf. Sonst wird es auch am Freitag in Iserlohn und am Sonntag gegen Augsburg schwer. Ob dann allerdings Dominik Bohac (Oberkörperverletzung) auflaufen kann, ist fraglich. Der Verteidiger könnte länger ausfallen. Dies bestätigte am Montag Sport-Manager Jürgen Rumrich. Somit hat Thompson derzeit nur sechs Defensivspezialisten zur Verfügung. Rumrich sondiert nun den Verteidigermarkt.