Drogen im Südwesten

Mehr Rauschgift-Delikte an Schulen

von Christine Keck

Stuttgart - Die Rauschgiftkriminalität an baden-württembergischen Schulen hat sich im Fünfjahresvergleich mehr als verdoppelt. Waren es 2011 noch 330 Delikte, die zur Anzeige gebracht wurden, weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 insgesamt 880 Fälle aus. „Es handelt sich dabei vor allem um den Besitz oder Erwerb von Cannabisprodukten“, sagte Rüdiger Felber, Pressesprecher des Innenministeriums, unserer Zeitung. Die Zahl sei über die Jahre fast kontinuierlich angestiegen – und das trotz eines flächendeckenden Suchtpräventionsprogramms, das die Polizei in enger Abstimmung mit dem Kultusministerium an allen weiterführenden Schule anbietet. „Das Programm wird intensiv nachgefragt und bringt viel Aufklärung in die Klassenzimmer“, bestätigte Stefan Middendorf, Präventionsbeauftragter am Landeskriminalamt.

Gute Präventionsarbeit der Polizei

Die Anzahl der Straftaten in den Schulen des Landes ist insgesamt leicht rückläufig. Sie sank von 13 893 Delikten im Jahr 2011 auf 12 224 Delikte im vergangenen Jahr. „Auf den Schulhöfen geht es sicherer zu, wenn man allein auf die Zahlen blickt“, betonte der Ministeriumssprecher. Das habe mehrere Gründe: eine gute Präventionsarbeit der Polizei, Lehrer, die besser hinschauten, und Schüler, die sich vernünftiger verhielten. Auffällig ist, dass fast die Hälfte aller Delikte an Schulen Diebstähle sind. Da werden Handys geklaut oder Fahrräder entwendet. 5718 Diebstähle waren es 2015, deutlich mehr – nämlich 6609 verzeichnete die Polizei im Jahr 2011.

Ebenfalls einen Rückgang meldet die Polizei bei Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie bei sogenannten Rohheitsdelikten oder Delikten gegen die persönliche Freiheit. Darunter fällt die einfache Körperverletzung. Da gab es 2011 exakt 1219 Anzeigen, im vergangenen Jahr waren es noch 1045 Anzeigen, die aufgenommen wurden.