Dornhan

Wasser von unten –­ und von oben

von Ursula Gukelberger

Zum Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen im Einzugsbereich der Glatt gab es am Samstag einen gelungenen Auftakt des Bachfestes in Leinstetten auf der Wöhrd. Viele Besucher hatten sich eingefunden. Ein volles Festzelt und viele Gäste vorm Zelt zeigten ihr großes Interesse an dieser wohl einmaligen Festlichkeit.

Dornhan-Leinstetten. Bachfest heißt Wasser von unten, aber leider auch von oben. Allen Vorhersagen zum Trotz begannen die Spiele der Schul- und Kindergartenkinder "Kleine Strolche" mit Sonne und dazu hatten sich Erzieher, Eltern und Helfer viel einfallen lassen. So wurden in Gruppen Laternen und Schiffe gebastelt, Fische geangelt, mit Wasserpistolen auf Flaschen gezielt und vieles mehr.

In der Zwischenzeit hatten sich acht toll kostümierten Gruppen zum ersten Vorlauf für das Drachenbootrennen eingefunden. Dazu gab es auch eine Juniorenmannschaft. In einem grünen und roten Drachenboot wurde gegeneinander angetreten. Es war gar nicht so einfach, die Boote gleichmäßig zu steuern und gerade zu halten, da half auch der Trommler an Bord nichts. Der Spaß der Teilnehmer und des Publikums war riesig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einfahrt und Anlandung des fast 60 Meter langen Schiltacher Original Schwarzwälder Gestörfloßes. Mit an Bord waren Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich, Bürgermeister Markus Huber, Dornhan und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus Glatten.

Nach der Anlandung wurde von Fritz Peter, der sich intensiv mit der Leinstetter Geschichte befasst, die Enthüllung der Flößertafel auf der Wöhrd, vorgenommen. Diese Tafel soll an viele Männer aus Leinstetten und der Umgebung erinnern. Diese Holztransporte auf der Glatt, Lauter und dem Heimbach bestimmten das Leben der Menschen hier. Im 19. Jahrhundert lebte noch jede zweite Familie in Leinstetten vom Handwerk der Flößer. Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten begleitete die letzte Floßfahrt am 20. Oktober 1899 von Sulz nach Esslingen.

Um 19 Uhr eröffnete Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich den Festakt. Sie bedankte sich bei allen Helfern, die einen großartig organisierten Arbeitsdienst geleistet hatten. Ohne diese Zusammenarbeit wäre die Ausrichtung eines solchen Festes nicht möglich.

Nach einigen Anekdoten über die Hochwasser in den vergangenen Jahren, übergab Sigrid Kümmich das Wort an Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Hochwasserschutz im Einzugsbereich der Glatt. Nach seiner Überzeugung wäre diese Baumaßnahme still und leise zu Ende gegangen, hätten nicht die Leinstetter zum Abschluss die Planung eines Festes in die Hand genommen.

Viele Namen müssten genannt werden, die sich alle für den Erfolg des Hochwasserschutzes im Glatttal eingesetzt hätten. Dabei begriffen die Menschen, dass Hochwasserschutz nicht nur die Unterlieger, sondern auch die Oberlieger angehe.

Zum Wohle Vieler mussten auch persönliche Interessen Einzelner zurück gestellt werden. Das bedurfte einer Menge Überzeugungsarbeit.

Stellvertretend bedankte sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer bei Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich mit einem Blumenstrauß für deren Engagement.

Die verheerenden Hochwasserschäden der Jahre 1990 und 1992 gaben den Grund dafür, dass sich die Ober- und Unterliegerkommunen der Glatt mit dem technischen Hochwasserschutz für das Einzugsgebiet der Glatt und ihrer Nebengewässer auseinander setzten. Ausführlich ging Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer auf das Hochwasserschutzkonzept, die Planung und Ausführung ein.

Viele Dankesworte

Sein Dank für die Realisierung ging dabei an das Planungsbüro Wald und Corbe aus Hügelsheim, welches den Verband begleitet hatte, an den früheren Bürgermeister Michael Pfau, dem Land Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung von nahezu 70 Prozent der Kosten aller Baumaßnahmen und an alle Verbandsgemeinden, welche die nicht zuschussfähigen Kosten sowie 30 Prozent Investitionskosten und den Unterhalt der drei Hochwasserrückhaltebecken finanzieren.

Dornhan Bürgermeister Markus Huber lobte, dass der Förderverein "Mehrzweckhalle Leinstetten" zusammen mit den Leinstetter Vereinen dieses Bachfest als Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen bewerkstelligte. Er ging ausführlich auf die Kosten der Maßnahmen ein.

Nicht nur eine gelungene Schutzmaßnahme wurde bewerkstelligt, sondern es erfolgte zugleich eine Neugestaltung im Freizeitbereich am "Neuen Weg" in Bettenhausen und die Neugestaltung Wöhrd in Leinstetten. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein Bürgerhaus in der Ortsmitte, auf der Wöhrd zu erstellen.

Dürrenmettstettens Ortsvorsteher Robert Trautwein vertrat Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und überbrachte dessen gute Wünsche zur Fertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahme.

Zwischendurch wurden alle Gäste von vielen Helfern mit einem deftigen Flößervesper und Getränken versorgt. Zur weiteren Unterhaltung spielte die Coverband "Route 66" aus Freiburg.

Gegen 22 Uhr und bei leichtem Regen, zeigten Männer der Feuerwehr Leinstetten/Bettenhausen, dass sie nicht nur bei der Brandbekämpfung ihren "Mann stehen", sondern dass sie eine gigantische Wasser- und Lichtshow an der Glatt zuwege brachten.

Daniel Dölker war für die Tontechnik verantwortlich, die Musik zu der Show spielten als Eigenkomposition Joshua Beute an der Orgel und Vincent Bronner am Schlagzeug. Lothar Bronner übernahm die Aufnahmeleitung des Stückes.

Kommandant Oliver Weil mit seinen Kameraden Christian Bronner, Heiner Ott, Christoph Wegenast, Lorenz Günthner, Daniel Schreiber, Daniel Heinzelmann, Patrick Günthner, Michael Legler, Lauren Schaber, Wolfgang Zahn und Meinrad Günthner arbeiteten Hand in Hand an dieser unglaublichen Show, deren Choreografie mit Wasser, Licht, Farben und Musik hervorragend zusammenspielte.

Das Publikum bedankte sich bei ihnen mit einem riesigen Applaus.