Dornhan

291 Seiten umfasst das Findbuch

von Jürgen Huber

Im Beisein von Kreisarchivar Armin Braun und Ortsvorsteherin Sigrid Kümmich übergab Archivarin Birgit Tuchen das von ihr erstellte Findbuch für Bettenhausen an die Stadtverwaltung Dornhan.

Dornhan-Leinstetten. Die für das Archivwesen zuständige Mitarbeiterin Ulrike Miller und Bürgermeister Markus Huber nahmen das 291 Seiten umfassende Werk entgegen. Seit September 2018 bis Januar 2019 wurde das Archivgut der früheren Gemeinde Bettenhausen von Birgit Tuchen auf Basis eines Werkvertrags geordnet und im sogenannten "Findbuch" verzeichnet. Unterstützt wurde sie von Rainer Kaufmann, der ehrenamtlich tätig war.

Die Erfassung erfolgte softwaregestützt mit dem Programm "FAUST". Das Findbuch enthält ein Vorwort mit Angaben zur Geschichte des Bestands, zur Person des Bearbeiters, zu Art und Zeitraum der Bearbeitung sowie eine Beschreibung der Bewertungs-, Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten.

Der Verzeichnungsteil ist der Kern des Findbuchs. Er umfasst eine Liste sämtlicher Dokumente mit Angaben zur Signatur, zum Titel, zur Laufzeit, zum Erhaltungszustand und zum Inhalt.

Bei der Sichtung des Archivguts des Bettenhauser Archivs wurde auch einiges an Dokumenten aussortiert. Vor dem Hintergrund, dass alle Ortsteilarchive künftig zu einem Gesamtarchiv im Rathaus in Dornhan zusammengefasst werden, konnten so zum Beispiel Gesetzesblätter oder amtliche Mitteilungen, die in jedem Ortsteil archiviert wurden, aussortiert werden. Übrig geblieben sind 32 Regalmeter an Archivalien. Älteste, allerdings nur fragmentarisch erhaltene Archivale ist eine Heiligenrechnung aus dem Jahr 1585/86. Sie besteht nur noch aus zwei Schriftstücken, der Rest der wohl ursprünglich umfangreicheren Rechnung ging verloren.

Zu den ältesten Archivalien zählen zwei Fleckenordnungen von 1729 und 1754, ein Unterpfands- und Schuldenbuch aus der Zeit von 1775 bis 1825 sowie ein Aktensammlung von 1741 bis 1921, das unter anderem Unterlagen über die Dienstpflichten des Pfarrers in Leinstetten, Streitigkeiten zwischen Leinstetten und Bettenhausen wegen Kirchbaukosten sowie eine Beschreibung der lokalen kirchlichen Verhältnisse enthält. Den weitaus umfangreichsten Teilbestand des Ortsteilarchivs Bettenhausen stellen die Rechnungsbände und -beilagen dar. Bürgermeister- beziehungsweise Gemeindepflegrechnungen aus der Zeit 1808 bis 1972, Steuerabrechnungsbücher aus dem Zeitraum 1811/12 bis 1951 und große Mengen an Pflegrechnungen aus der Zeit 1825 bis 1917 zeigen auf, welche finanziellen Mittel geflossen sind.

In der Gruppe der Amtsbücher sind Schultheißenamtsprotokolle (1821 bis 1930), Gemeinderatsprotokolle (1847 bis 1972), Güterbücher (1843 bis 1899), Gewerbesteuerkataster (1877 bis 1921), Bürgerlisten (1886 bis 1925), Kaufbücher (1812 bis 1899) sowie Heirats- und Erbinventare hinterlegt. Interessant sind auch die Karten, Pläne und Fotografien, unter anderem Flurkarten aus dem Jahr 1838, einen Ortsplan von 1856 sowie eine Fotosammlung von 1900 bis 1960.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Archive von Dornhan und Gundelshausen bearbeitet wurden, ist mit Bettenhausen das dritte Ortsteilarchiv abgearbeitet. Das Ortsteilarchiv Leinstetten ist von Birgit Tuchen bereits vorsortiert und wird als nächstes bearbeitet.

Der Aufbau von Archiven stellt eine Pflichtaufgabe für die Gemeinden dar. Zur Erfüllung dieser Aufgabe bedarf es geschulten Personals. Da in den wenigsten Gemeinden des Landkreises geeignetes Fachpersonal beschäftigt ist, unterstützt das Kreisarchiv Rottweil die Gemeinden des Landkreises in Archivangelegenheiten. Kreisarchivar Armin Braun bezeichnete die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten als sehr gut.

Das in säurefreien Karton gelagerte Archivgut von Bettenhausen wird nach der Fertigstellung des Archivraumes umziehen. Der neue Raum wird die sicherheitstechnischen Anforderungen zum Lagern von Archivgut erfüllen.