Donaueschingen

Reitturnier diesmal ohne Polo-Sport

von (gvo)

Donaueschingen - Bei der Pressekonferenz wollte Turnierchef Kaspar Funke eine Reihe von guten Neuigkeiten und Änderungen für das CHI vom 15. bis 17. September im Schlosspark verkünden. Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht.

Das mittlerweile siebte Poloturnier um die "Fürstenberg Trophy" ist am Dienstag abgesagt worden. Grund ist der Ausbruch der Tierseuche "Ansteckende Blutarmut der Einhufer". "Das ist bitter und schade fürs Turnier, aber wir dürfen das Risiko im Sinne der Gesundheit der Tiere nicht eingehen", sagt Funke.

Wie das Haus Fürstenberg, das seit 2011 das Poloturnier im Rahmen des CHI auf dem Feld des Poloclubs Donaueschingen organisiert und bei dem Christian und Jeanette zu Fürstenberg in Teams mitspielen, nun mitteilt, wurde bereits Ende Juni in Deutschland bei elf Polopferden aus sieben verschiedenen Haltungen die anzeigepflichtige Tierseuche "Ansteckende Blutarmut der Einhufer" festgestellt. Man sage deshalb schweren Herzens die Fürstenberg Trophy vom 15. bis 17. September ab, um keine Turnierpferde in Gefahr zu bringen.

"Nach reiflicher Überlegung haben wir entschieden, das internationale Poloturnier in diesem Jahr einmalig ausfallen zu lassen", wird Christian zu Fürstenberg zitiert. "Um die wertvollen Turnierpferde dieser wichtigen Veranstaltung nicht zu gefährden, werden wir in diesem Jahr keine Polopferde zulassen", sagt der Erbprinz weiter. "Reitern und Pferden der anderen Disziplinen wünschen wir ein erfolgreiches Turnier, Gästen und Zuschauern eine spannende Veranstaltung."

"Die Entscheidung der Absage ist im Laufe des Montags gefallen", sagt Turnierchef Kaspar Funke, der die Entscheidung mitträgt: "Wir haben wenig davon, wenn sich andere Pferde anstecken würden." Das wäre bei einem Turnier mit 600 Pferden natürlich leicht möglich und fahrlässig, zumal es keine Heilung für angesteckte Pferde gibt.

Für das CHI gibt er aus aktueller Sicht jedoch Entwarnung. "Das CHI ist derzeit nicht gefährdet." Funke hat es aber auch schon einmal anders erlebt. "Das ist jetzt rund 15 Jahre her und war bei einem Turnier in Dortmund. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Vogelgrippe hatten wir große Angst. Alles stand unter strengster veterinärischer Bewachung. Es ging damals noch gut, aber eine Woche später musste ein Turnier in der Nähe abgesagt werden." Dass es soweit kommen könnte, denkt Kaspar Funke nicht.

Trotz der Absage blickt Funke mit Freude auf tolle Turniertage: "Wir haben die Bundestrainer der Dressur und der Springreiter in der Pressekonferenz am Mittwoch, ein Indiz für unsere phantastische Starterliste." Unter anderem ist Aachen-Sieger und Olympiasieger Marcus Ehning in Donaueschingen dabei, und erstmals wird die Disziplin Vielseitigkeit ins Programm genommen. Die Prüfungen hierzu werden nicht irgendwo im Schlosspark, sondern auf dem Turnierplatz des Reitstadions zu sehen sein. "Die Zuschauer werden staunen, wie wir den Platz für die Vielseitigkeitsreiter umbauen werden", kündigt Funke vielversprechend an.

Die ansteckende Blutarmut der Einhufer ist eine Virusinfektion der Pferde, die mit einer fieberhaften Blutarmut (Anämie) einhergeht und gewöhnlich tödlich endet. Infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger. Sie ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird in der Liste der Weltorganisation für Tiergesundheit geführt. In Europa ist jedoch kein Impfstoff zugelassen, die Bekämpfung richtet sich daher immer noch auf die Tötung infizierter Tiere. Die Ursache für die Infektion wird derzeit ermittelt. Auf Menschen ist das Virus nicht übertragbar. Unter den Tieren sind nur Einhufer wie Pferde, Ponys, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras gefährdet. Das Donaueschinger Turnier ist seit über 60 Jahren ein internationales Reitsportereignis. Nirgendwo sonst gibt es ein Reitevent, das alle Disziplinen vereint.