Donaueschingen

Promi-Schaulaufen auf dem Öschberghof

von Cornelia Spitz

Donaueschingen - Mittendrin im Nirgendwo, auf der Hochebene Baar, zwischen dem Schwarzwald und dem Bodensee, da liegt er: der neue Öschberghof. Es sei nicht der Nabel der Welt, räumte Hoteldirektor und Geschäftsführer Alexander Aisenbrey bescheiden ein. Doch der Promi-Faktor beim Grand-Opening des Hotels am Donnerstag und Freitag in Donaueschingen zeigte: Irgendwie war er es an diesen beiden Tagen eben doch. Der goldene Teppich war ausgerollt, die Fotowand stand bereit. Fußball-Funktionär und Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß, Fußball-Weltmeister Philipp Lahm schritten ebenso ins Rampenlicht wie Moderator Reinhold Beckmann, Sportkommentator Marcel Reif, Fernsehmoderatorin Eva Brenner, die Sterneköche Alfons Schuhbeck, Boris Rommel und Christoph Rüffer oder Sänger Sasha.

Fünf Sterne Superior prangen an der Fassade

Man spricht nicht über Geld in dem Resort auf der Ostbaar, das auf die Unternehmerfamilie Albrecht zurückgeht und von Aldi-Gründer Karl Albrecht 1976 erbaut worden ist. Mit dem Image Discount und Supermarkt hat das vornehme Golfhotel am Donau-Ursprung so gar nichts gemein, im Gegenteil: Nach etwa fünfjähriger Projektphase und dreijährigem Umbau, dessen Kosten anfangs einmal mit 50 Millionen Euro beziffert worden waren, und den Geschäftsführer Aisenbrey gemeinsam mit dem Leiter Filialentwicklung bei Aldi Donaueschingen, Daniel Burkhard, maßgeblich managte, rangiert das Haus unter den Top-Adressen der Republik. Fünf Sterne Superior prangen an der Fassade, und auch die Inhalte sprechen für sich: eine in weitem Umkreis alle Dimensionen überragende von Golfplatz-Designer Christoph Städler gestaltete Anlage mit nunmehr 45 Loch, 5000 Quadratmeter Spa-Bereich für alle Sinne oder das hoteleigene Gourmetrestaurant Ösch Noir, das im modernen Schwarzwald-Ambiente nach den ersten Sternen greift.

Wohin seit Jahren schon die Fußballstars der Bundesliga zum Trainingslager reisen, dorthin zog es zur Eröffnung der Hotelperle auch illustre Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sport und Society.

Uli Hoeneß hätte, das sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung frei heraus, den Öschberghof kaum wiedererkannt. Er kennt das Luxushotel im Schwarzwald-Baar-Kreis schon lange, verbrachte dort mit "seinen" Fußballern Trainingslager, denn: Wenn man so hart arbeite wie in einem Trainingslager, müsse man sich im Hotel auch wohlfühlen. Sein Eindruck des "neuen" Öschberghofs: "gigantisch!" Und was ihn überhaupt hierher, in die Provinz führte? "Ich bin dem Hause Aldi und den Verantwortlichen hier im Hause sehr vebunden", erklärt er.

Philipp Lahm führte in der Tat die harte Arbeit dorthin – im Trainingslager mit Bayern München vor sieben oder acht Jahren. Ein waschechtes Aha-Erlebnis aber gab es bei der Rückkehr des Weltmeisters an den Öschberghof: "Ich hätte ihn nie wiedererkannt", sagte er über das Hotel.

Lediglich auf der Videoleinwand war die US-amerikanische Sängerin Anastacia zu Besuch – eigentlich als Überraschungsact vorgesehen, zwangen sie terminliche Verpflichtungen dazu, in Amerika zu bleiben. Aber: Sie werde bei anderer Gelegenheit einmal im Öschberghof sein, versprach sie.

Man duzt sich mit dem Hoteldirektor

Vielleicht ja gleichzeitig mit Moderator Reinhold Beckmann. Der Promi aus dem TV, der das Mikrofon auch an diesem Abend in der Hand hielt, war nämlich das erste, aber nicht das letzte Mal auf der Baar. "Ich komme wieder, wenn es mal ruhig ist, das habe ich dem Alexander versprochen" – man duzt sich mit dem Hoteldirektor, der an diesem Abend überhaupt mit jeder Menge Prominenz äußerst herzlich und vertraut umging.

Für Fernsehmoderatorin Eva Brenner, bekannt aus der Heimwerker-Doku "Zuhause im Glück", ist es hingegen der erste Besuch hier. "Wahnsinnig edel" sei das umgebaute Hotel. "Ich mag die Interpretation des Schwarzwalds hier drin", gab die Innenarchitektin zu, die sich bei dieser Gelegenheit gerne ein paar Anregungen für Hotelprojekte holte, die sie gerade managt. Der Schwarzwald ist es wohl, der vom millionenschweren Hotelumbau auf der Baar profitieren dürfte. Er sei nämlich "ein Leuchtturm" und dessen Strahlkraft reiche weit über das Land hinaus, freute sich Tourismus- und Justizminister Guido Wolf (CDU). Dass Wirtschaft und Politik im Öschberghof schon viel länger eine Liaison miteinander eingegangen sind, zeigte sich im Gespräch mit dem ehemaligen Landesvater Erwin Teufel (CDU). Seit der Gründung kennt er das Hotel – man lernte sich kennen, "Familie Albrecht war auch mal Gast bei uns zu Hause", plaudert Teufel, der im nahen Spaichingen wohnt, aus dem Nähkästchen und freut sich, dass das Haus auch nach dem Tod von Karl Albrecht 2014, dem Süd-Spross der Aldi-Dynastie, "nicht nur erhalten, sondern sogar ausgebaut" wurde.

Küchenchef Manuel Ulrich führt Restaurant

Einen besonderen Teil dieses Ausbaus durften 45 Gäste, vornehmlich aus Presse und Top-Gastronomie, bereits am Donnerstagabend genießen – sie dinierten im wohl künftigen Sterne-Restaurant. Das junge Team um dem erst 31-jähri­gen Küchenchef Manuel Ulrich wurde selbst von Gastronomen aus Top-Adressen wie dem "Hotel Bareiss" in Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) oder dem "Fairmont Vier Jahreszeiten" in Hamburg gefeiert. "Er ist ein Koch-Verrückter", ließ Hoteldirektor Aisenbrey angesichts der Experimentierfreudigkeit des 31-Jjährigen wissen.

Nicht minder "verrückt": Chef-Sommelier Michael Häni –­ im "seinem" Keller lagern rund 500 Weine, in seinem Oberstübchen viel Wissen zu jedem von ihnen. "Wir wollen uns mit den Besten messen", gab Hoteldirektor Alexander Aisenbrey freimütig zu.

Am Freitag griffen beim Grand Opening mit 250 geladenen Gästen dann sogar befreundete Sterneköche zum Kochlöffel im Öschberghof: Schuhbeck, Rommel und Rüffer sorgten in Kombination mit dem Team des Öschberghofs für Gaumenfreuden in fünf Gängen. Moderator Reinhold Beckmann interviewte dabei die geladenen Gäste, der "Magic Rockstar" Ben Hyven verzauberte die Gäste und nach dem kulinarischen gab es zum krönenden Abschluss, mittendrin im Nirgendwo, auch ein musikalisches Feuerwerk – ein Konzert mit Popstar Sasha.