Donaueschingen

Mehr an Mitteln wünschenswert

von Schwarzwälder Bote

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen (wur). Moderne Zeiten brechen für das Fronleichnamsfest an.

Die fromme, bunte Pracht aus unzähligen Blütenblättern, die zum Herrgottstag in Form religiöser Motive auf Wege und Straßen ausgelegt werden, steht unter dem Generalverdacht, eines der vielen Schräubchen zu sein, die im Räderwerk Klimawandel negative Entwicklungen beschleunigen. Doch hilft der Verzicht auf das Sammeln – in Aasen mit Hinweis auf das Insektensterben angekündigt – tatsächlich den bedrohten Arten?

Helmut Gehring ist da anderer Meinung. Der pensionierte Biologielehrer hat sich in den vergangenen 40 Jahren zum profunden Kenner der Tier- und Pflanzenwelt der Baar entwickelt. Er teilt die Befürchtungen aus dem Kreis der nachdenklichen, weil umweltbewussten Katholiken nicht. Denn egal, wie engagiert die Fronleichnamshelfer Blüten rupfen, zupfen oder abschnippeln, sind das "minimale Mengen, die gesammelt werden".

Landwirte bekommen Ernteausfälle erstattet

Mehr Möglichkeiten, Wildblumen blühen und aussamen zu lassen, besitzt die Landwirtschaft. Über Landschaftspflegeverträge, definiert in der Landschaftpflegerichtlinie des Landwirtschaftsministeriums, wird der Zeitpunkt der Mahd nach hinten verschoben. Wo ein Landwirt seltener mähen kann und weniger düngen darf, bekommt er die Ertragsausfälle erstattet. Die Wirkungen sind positiv. Zu Insektenschutz und Farbenpracht gesellt sich aus der verzögerten Mahd ein für den Laien unsichtbarer Effekt. Denn die Pflegeverträge achten auch darauf, dass der Wiesenbrüter-Nachwuchs unbeschadet aufwächst und flügge wird, ergänzt der promovierte Biologe.

Bei Abschlussquote und erbrachten Geldern in Sachen Pflegeverträge sei der Schwarzwald-Baar-Kreis zwar bereits gut aufgestellt, doch ein Mehr an Mitteln sei dennoch wünschenswert, meint Gehring.

Die meisten produzieren Silage-Futter

Geht es doch nicht weniger als darum, einen Trend umzukehren: Die meisten Landwirte in der Region produzieren Silage-Futter. Sie legen Wert auf drei, bis vier Schnitte im Jahr – ganz unabhängig davon, ob die Pflanzen in der Blüte stehen.