Donaueschingen

IMS Gear setzt Wachstumskurs fort

von (wur)

Donaueschingen - Der größte Arbeitgeber auf der Baar setzt seinen beständigen, gesunden Wachstumskurs fort. In Zahlen bedeutet das für IMS Gear einen Umsatzsprung über die magische Marke einer halben Milliarde Euro. 515 Millionen Euro Umsatz standen am Ende des Jahres 2017 in der Bilanz, ein Plus von sieben Prozent.

Um neun Prozent auf 562 Millionen Euro soll der Umsatz 2018 wachsen, die Umsatzrendite, also der Unternehmensgewinn, soll wie in der Vorjahren acht Prozent erreichen, skizzierte Vorstandsmitglied Dieter Lebzelter, der mit seinen Vorstandskollegen Bernd Schilling und Wolfgang Weber durch die Jahresbilanzkonferenz lotste.

Mitarbeiter: Weltweit wurden 400 neue Stellen besetzt. So verfügt IMS Gear aktuell über 3400 Mitarbeiter, davon 2150 an den Standorten in Donaueschingen (1400), Eisenbach (575) und Trossingen (175). Laut Plan will das Unternehmen 2018 rund 140 zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland und etwa 370 in den Standorten in den USA, Mexiko und China einbinden. Die Gewinnung von Fachkräften werde anstrengender, sagte Schilling. Bisher sei es noch gelungen, alle Stellen zu besetzen.

Ausbildung: IMS Gear zieht sich seinen Nachwuchs zum guten Teil selbst heran. 200 junge Menschen durchlaufen derzeit verschiedene Ausbildungsberufe und Studiengänge: 90 Prozent in Deutschland und etwa 20 in Übersee in Ausbildungsgängen, die sich am Dualen System in Deutschland orientieren. Kaum ein Thema ist bisher die Einbindung von Flüchtlingen. Nur eine Handvoll hat bei IMS Gear Arbeit gefunden. "Da hätten wir gerne mehr", betonte Schilling. Hindernisse sind Sprachbarrieren und fehlende Bleibe-Perspektiven. "Das System ist hier noch zu langsam", kritisierte das Vorstandsmitglied.

Auslandsaktivitäten: 162 Millionen Euro steuerten 2017 die US-Werke in Gainesville und Virginia Beach und der Standort Querètaro in Mexiko zum Umsatz bei. Taicang in China lag bei 40 Millionen Euro. Anteilig wird das China-Geschäft in den nächsten Jahren am stärksten wachsen: zum richtigen Zeitpunkt, wie Lebzelter betonte. "Wir wollten uns da nicht verzetteln", sagte er mit Blick auf die bestehenden Wachstumsfelder. Ein prognostiziertes Wachstum auf 150 Millionen Umsatz in den nächsten Jahren bedingt Investitionen. Jeder dritte Investitionseuro werde nach Fernost gehen, kündigte Weber an. Die heimischen Standorte werden nicht hintanstehen: 40 Millionen Euro, die Hälfte der Gesamtinvestitionen, werden in Deutschland umgesetzt. Vorneweg sind das eine neue Produktionshalle mit 12 000 Quadratmeter Nutzfläche, sowie Sozialräume und Logistikflächen, die derzeit in Villingen errichtet werden. Die Investitionssumme liegt, so die IMS-Gear-Sprachregelung, in einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Allein die Kosten der Produktionsanlagen werden auf etwa 20 Millionen Euro beziffert.

Auslagerung: Der Umzug nach Villingen soll am Ende des ersten Quartals 2019 abgeschlossen sein. Etwa ein halbes Jahr später soll die Produktion beginnen. Nach Villingen verlagert werden bisher in Donaueschingen und Trossingen angesiedelte Produktionsbereiche. Das ermöglicht, ab 2019 Kapazitäten in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Industrial Engeneering (Anlage-, Werkzeug- und Formenbau) zu erweitern und im Technologiezentrum Donaueschingen zu konzentrieren. Der insgesamt 250 Mitarbeiter umfassende Kompetenzbereich Industrial Engeneering ist bislang noch auf Standorte in Donaueschingen, Villingen und Hüfingen verteilt. Der mit dieser Neuordnung verbundene Arbeitsplätzezuwachs, so die Firma, lasse sich derzeit noch nicht darstellen. Im Technologiezentrum, aber auch im Produktionsbereich sollen in begrenztem Umfang neue Arbeitsplätze entstehen.

Kerngeschäft: Zehn Prozent des Umsatzes erzielt IMS Gear in Nischenbereichen wie Planetengetriebe für industrielle Anwendungen und Kunststoff-Zahnräder für die E-Bikes-Produktion. 90 Prozent sind im Bereich Automotive angesiedelt. IMS Gear hat 1992 eine Grundsatzentscheidung getroffen, sich im Bereich Automobile zu vertiefen: ein Bereich, dessen Themen weiter eher Chancen als Risiken bieten, waren sich die Vorstände einig. Angesichts aktueller technologischer Trends wie Elektrifizierung, automatisiertes Fahren und Vernetzung sieht sich der Zahnrad- und Getriebespezialist gut aufgestellt. "Da liegen mittel- und langfristig gute Wachstumsmöglichkeiten", ergänzte Weber. Zumal Technologien bleiben werden. Beispiel Fahren: Für Beschleunigen, Bremsen und Lenkung werde man immer intelligente mechatronische Antriebe und Komponenten benötigen, verdeutlichte Schilling. Auch sogenannte Komfortfeatures, elektrisch angetriebene Sitz-, Lenkrad, Spiegel- oder Fensterverstellungen nehmen zu. Genau diese Antriebe entwickeln und produzieren wir", äußerte sich Schilling stolz. Zumal der Ausstattungsgrad der Fahrzeuge generell zunehme: unabhängig davon, ob sie von Elektro- oder Verbrennungsmotoren angetrieben werden.