Sa, 19.04.2014

Donaueschingen

Im Bregtal kommt es zur Nagelprobe

von (lim)

Donaueschingen-Wolterdingen - Um Mitternacht war es soweit. Die Segmentwehre des Auslassbauwerks des Hochwasserrückhaltebeckens bei Wolterdingen wurden geschlossen und das Becken wird probegestaut.

Der Probestau nach der baulichen Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens und der Trockenabnahme simuliert den Ernstfall. Überprüft werden soll die Dichtigkeit des Bauwerks. Der Deutsche Wetterdienst und die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg sagen einen steigenden Bregabfluss ab gestern Nacht bis zum zweiten Weihnachtstag voraus. Es stehe genügend Abfluss für die Einstauhöhe zur Verfügung, erläuterte Joachim Müller-Bremberger, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Freiburg.

Ab Mitternacht in der Nacht auf heute wurden die Segmentwehre des Auslassbauwerks geschlossen. Nun fließen nur noch etwa vier bis fünf Kubikmeter Wasser je Sekunde in der Breg ab. Das Becken wird bis voraussichtlich Samstagabend zu mindestens drei Viertel der Höhe eingestaut. Nach einer kurzen Beobachtungsphase mit gleich bleibendem Wasserstand im Becken wird am Sonntag die Entleerungsphase für Messungen und Kontrollen genutzt. Dabei wird an den im Staudamm eingebauten Messstellen kontrolliert, ob dieser dicht ist. Ebenso wird der neu erstellte Steuerpegel unterhalb des Beckens geeicht. Dort wird bei Hochwasserrückhaltung der abzugebende Regelabfluss von 75 Kubikmeter je Sekunde gemessen.

Vom Beginn des Einstaus bis zur vollständigen Entleerung werden nach Einschätzung der Fachleute etwa vier bis fünf Tage benötigt. Das Regierungspräsidium hofft, dass das Hochwasserrückhaltebecken am Montag wieder entleert sein wird. Dann kann die Breg wieder frei weiter fließen.

Mit beim Probestau beteiligt ist vor allem die Feuerwehr Donaueschingen, die sich um die Straßensperrung und -sicherung, den Dammbalkenverschluss an der Dammkrone und die Umleitungsbeschilderung kümmert. Der Probestau erfordert die Sperrung der Landesstraße, die ebenfalls unter Wasser geht. Nach den Weihnachtstagen überprüft ein Gutachter, ob Straße und Böschungen schadensfrei geblieben sind. Erst danach kann sie wieder für den Verkehr freigegeben werden. Es ist mit einer Sperrung von ein bis zwei Wochen zu rechnen.

Seite 2: Beeindruckender Schutzschild

Technische Daten des Hochwasserrückhaltebeckens Wolterdingen.

Gewöhnlicher HW-Rückhalteraum: 4,7 Mio. m³

Vollstau: 729,50 Meter ü. NN

Stauhöhe am Auslassbauwerk: 16,33 Meter

Gewöhnliche HW-Fläche: 70 Hektar

Regelabgabe: 75 m³/s

Absperrbauwerk über Gründungssohle: etwa 20,7 Meter Höhe

Dauerstau: nein

Rückhaltedamm: etwa 455 Meter lang

Anlagenteile: zwei Betriebsauslasse und ein Ökodurchlass (drei Segmentwehre vier Meter breit, 3,5 Meter hoch), Hochwasserentlastungsanlage (zwei Fischbauchklappen fünf Meter breit), Steuerpegel im Unterwasser am Schliefisteg und Beckenpegel im Zulaufbereich des Auslassbauwerks, Grobrechen vor der Hochwasserentlastungsanlage und Kolksee, Betriebsgebäude, Unterhaltungs- und Ersatzwege und Beschilderung sowie Schranke der Umleitungsstrecke.


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