Donaueschingen

Wegen Arbeiten fallen Züge aus

von (wur)

Donaueschingen - Viel Geduld müssen ­Bahnreisende in Richtung ­Bodensee zehn Tage lang zur Ende der Ferienzeit aufbringen. Zwischen ­Donaueschingen und ­Immendingen verkehrt zwischen dem 30. August und dem 8. September kein Zug.

In diesem etwa 20 Kilometer langen Streckenabschnitt geht die DB Netz Bauarbeiten an, die nicht "unter rollendem Rad" erledigt werden können, wie ein Bahnsprecher auf Anfrage ausführte. Damit verbunden sind zusätzliche Umstiege für Reisende und längere Fahrzeiten mit dem Schienenersatzverkehr, konkret mit Bussen. Fernreisende müssen sich auf mindestens einen zusätzlichen Zugwechsel einstellen: Fernzüge auf der Schwarzwaldbahn in Richtung Donaueschingen enden in Villingen, von dort aus wird Donaueschingen mit Regionalzügen bedient.

Die Arbeiten finden bewusst in den Ferienzeit statt. Damit komme man den Interessen der Berufspendler entgegen: auch im Bewusstsein, in diesem Zeitraum Urlauber vor größere Logistikprobleme zu stellen. Es sei eben eine "Abwägungssache".

Bahnübergang und Brückenbauwerk werden erneuert

Konkret gebaut wird auf der Strecke Richtung Immendingen im Bereich Geisingen. Hier werde sowohl ein Bahnübergang als auch ein Brückenbauwerk erneuert. Teilbereiche dieser Arbeiten können nur ohne Zugverkehr erfolgen. Instandgesetzt werden zudem etwa 600 Meter Gleise.

Der Busersatzverkehr passt sich den Anschlusszeiten der Züge an den Bahnhöfen Donaueschingen und Singen an. Je nach Streckenabschnitt variieren die Fahrzeiten. Wer in einen Bus zwischen Singen und Donaueschingen steigt, muss mit einer mehr als halbstündigen Fahrzeit gegenüber der Zugverbindung rechnen. Die Verbindung von Donaueschingen nach Immendingen dauert in der Baustellenphase 40 Minuten. In normalen Zeiten bewältigen Züge die Strecke in 15 Minuten. Ab Immendingen fahren die Ersatzbusse über Engen, Weltschingen und Mühlhausen nach Singen. Wer zwischendrin aussteigen möchte, muss sich vorab informieren. Nicht jeder Bus fährt alle Haltestellen ab.

Die Bahn-Arbeiten bei Geisingen schließen sich in der Taktung an ein umfangreicheres Vorhaben zwischen Immendingen und Singen an, das seit dem 20. Juli läuft und bis zum 28. August umgesetzt sein soll. Die Arbeiten finden im Wesentlichen zwischen Hattingen und Engen statt. Auf fast 16 Kilometern werden Streckengleise erneuert und Schienen ausgewechselt. Tunnelarbeiten, Bahnsteigerneuerungen und der Rückbau einer sechsgleisigen Bahnbrücke ergänzen das Pensum.

Allein die Deutsche Bahn führt laut Fahrplan pro Tag 36 Zugpaare über den demnächst gesperrten Streckenabschnitt. Hinzu kommen weitere Betreiber wie etwa die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) mit Sitz in Lahr, unter deren Dach 2018 der bisherige Ringzug-Betreiber Hohenzollerische Landesbahn unterkam. Auch SWEG-Pressesprecher Christoph Meichsner weist auf Einschränkungen bei Ringzug und Naturpark-Express während der Baustellenzeit hin.

Betroffen sind werktags vier von der SWEG betriebene Ringzugverbindungen

Betroffen sind werktags vier von der SWEG betriebene Ringzugverbindungen: jeweils Zugpaare frühmorgens und am frühen Nachmittag. Am Morgen kommen Ersatzbusse der SWEG zum Einsatz, am Nachmittag stellt die Bahn den Schienenersatzverkehr.

Einschränkungen kommen besonders an den Wochenenden auf Radwanderer zu. Der Naturparkexpress als klassischer Wanderbummelzug ist längst in den Bahnverkehr im oberen Donautal eingebunden. Gerade seinen 2016 in Betrieb genommener Fahrradwagen, der bis zu 100 Bikes transportieren kann, nutzen Radwanderer gerne. Auf diesen Service muss verzichtet werden. Die Ersatzbusse ersetzen Samstag und Sonntag das Zugpaar, doch sie transportieren keine Räder. Auch der Kauf von Fahrscheinen sei in den Bussen nicht möglich, ergänzt Meichsner.

Während der Bahnsperrung zwischen Donaueschingen und Immendingen gibt es auch eine spezielle Hilfe für Berufspendler. Den Ringzug ersetzt um 6.06 Uhr ein Bus am Donaueschinger Busbahnhof, der um 6.30 Uhr am Pflegeheim Geisingen, um 6.36 Uhr in Zimmern/Iltishalde und 6.40 Uhr am Bahnhof Immendingen hält. Mehr Informationen zu den Änderungen gibt es im Internet unter www.hzl-online und https://bauinfos.deutschebahn.com.