Donaueschingen

Blackslash: Heavy Metal in all seinen Facetten

von Beate Müller

Die Band Blackslash bedient so ziemlich jedes Klischee des Heavy Metals. Lange Haare, enge Jeans, enge Muskelshirts, Westen, laute schnelle Gitarrenriffs, und jede Menge Energie auf der Bühne. Die fünf Mittzwanziger aus Donaueschingen leben Heavy Metal in all seinen Facetten.

Vor elf Jahren hoben Alec Trojan (Bass), die Brüder Christian Haas (Gitarre) und Clemens Haas (Gesang) gemeinsam mit Daniel Hölderle (Gitarre) und David Hofmeier (Schlagzeug) Blackslash aus der Taufe. Seither schreiben sie nicht nur in der Region an ihrer Erfolgsgeschichte.

Iron Maiden, Michael Schenker, Europe, Thin Lizzy und wie die Metal-Größen der 1980er-Jahre alle heißen, sind die Koryphäen des Metal, denen die fünf Musiker nacheifern. Die Musik von Blackslash weist eine enge Bindung zum US-Metal der 1980er-Jahre auf aber auch Elemente des NewWaveOf British Heavy Metal sind dabei.

"Wir spielen auf der Bühne nichts vor. Wir gehen selbst als Besucher zu Heavy-Metal-Konzerten, hören die Musik, wir leben Heavy Metal", bringt Sänger Clemens die Begeisterung der fünf Donaueschinger auf den Punkt. Doch woher kommt die Begeisterung für eine Zeit, kurz bevor die Bandmitglieder überhaupt geboren sind?

Den Brüdern Christian und Clemens wurde die Leidenschaft für laute Gitarremusik sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Schon ihr Vater begeisterte sich für Heavy Metal. "Wir haben halt die CDs von unserem Vater gehört und so ein eigenes Interesse an der Musik entwickelt", resümiert Christian die Anfänge seiner kleinen privaten "Metallaufbahn". "Später bin ich dann auf die ersten Konzerte gegangenen und habe gemerkt, dass die Szene cool ist und beschlossen, dass ich dazu gehören möchte."

Obwohl in der Anfangsphase von Blackslash noch nicht genau definiert war, wie ihre Musik letztendlich klingen soll, stand für die damals Jugendlichen schon fest, dass bei ihrer Band vor allem die Freundschaft und die Leidenschaft am Heavy Metal und dem Projekt Band im Vordergrund stehen soll. "Wir haben aber damals nicht die Band gegründet und gesagt, wir wollen 80er-Jahre-Metal spielen", erklärt Christian. Das habe sich alles so entwickelt, das Publikum habe schließlich die Richtung definiert, in die Blackslash musikalisch gehen sollte.

Die Musiker sind mehr als nur Bandkollegen, sie sind Freunde. Christian und Sänger Clemens kennen sich quasi von Geburt an - sie sind Brüder. Die vollständige Besetzung mit Alec, Daniel und David formierte sich während der Schulzeit und um den Gitarrenunterricht vor elf Jahren. "Beim Gitarrenunterricht fragte man den anderen, ob er schon eine Band hat, oder ob man sich zusammentun soll", meint Christian.

Bei der ersten Probe waren die heute erwachsenen Männer noch nicht mal 16. 2007 formierte sich schließlich Blackslash – zunächst noch mit Coversongs. Seit 2009 schreiben sie auch eigene Songs, 2010 machten sie die ersten Aufnahmen und ein richtiges Album, später unterschieben sie beim Berliner Heavy-Metal-Label Shield Records.

Über die Jahre mauserten sich Blackslash nicht nur in der Region zu einer Größe. Inzwischen spielten sie 150 Liveshows in ganz Deutschland, aber auch in Polen oder Holland. Doch was war der Höhepunkt in mehr als zehn Jahren Bandgeschichte? Alec: "Eigentlich ist jedes Konzert ein Erlebnis." Christian: "Vor allem das vergangene Jahr war der Hammer. Unser letztes Album Sinister Lighning kam beim Publikum gut an, es war der Türöffner für viele Konzerte und Festivals."

"Das verrückte an der Sache ist, dass man sich auf einmal die Bühne mit seinen Idolen teilt", stellt Alec fest.

Ein Konzert, das den fünf Musikern wohl besonders im Gedächtnis bleiben wird, fand erst vor wenigen Tagen statt. Zu ihrem "Heimspiel" im Delta in Donaueschingen, kamen nicht nur Freunde und Wegbegleiter aus der Region, sondern auch Fans aus dem gesamten Südwesten Deutschlands. Der Anlass: Am 4. Mai veröffentlichen Blackslash ihr neues Album "Lightning strikes again", beim Konzert brachten sie neue Lieder auf die Bühne.

Mit "Lightning strikes again" wollen sie auf das bisherig erreichte noch einen drauf setzen. "Es fühlt sich an wie das nächste Level vom Vorgängeralbum", findet der Bassist. "Wir haben das, was Blackslash ausmacht noch weiter ausgefeilt." Merkmale, die sich in fast allen Songs von Blackslash wiederfinden sind mehrstimmige Gitarren und mehrstimmiger Gesang. Dinge, die sich über die Jahre im Proberaum entwickelt haben. Die Songs schreiben die Bandmitglieder meist zusammen in ihrem Proberaum in Hüfingen-Behla. "Meist kommt einer der Gitarristen mit einem Riff an, und dann bauen wir die Ideen im Proberaum zusammen", erklärt Alec die Entstehungsgeschichte von Heavy-Metal-Songs. "Da trägt jeder seinen Teil dazu bei." Anfangs hätten ihre Songs noch recht überladen geklungen, wollten so viele Ideen wie möglich in drei Minuten Musik unterbringen. "Mittlerweile sind wir strukturierter geworden, wir konzentrieren uns mehr aufs wesentliche", meint Christian. "Aber wir fordern uns immer wieder aufs Neue heraus, versuchen uns stets zu toppen", ergänzt David. Doch die Mischung macht letztendlich ihren Erfolg aus, erklärt Christian. "Es gibt viele Leute, die mit Rock was am Hut haben und uns gerne hören, weil wir vielleicht massentauglicher sind als beispielsweise Deathmetalbands."

Blackslash haben etwas geschafft, was nur wenige Bands in ihrem Alter schaffen: Seit elf Jahren machen die fünf Mittzwanziger gemeinsam Musik. Gerade wenn Anfang 20 viele junge Erwachsene neue Wege einschlagen, stehen Projekte wie eine Band auf dem Spiel. Nicht so bei Blackslash. "Jedem ist die Band wichtig genug, um seine Freizeit dafür zu opfern und vielen hinten anzustellen", meint Gitarrist Christian Haas "Die Band lebt eben auch von unserer Freundschaft", meint der Schlagzeuger. "Und wenn das beim Publikum noch ankommt, dann ist das perfekt."

Doch wenn man die großen Metalfestivals besucht, dann fällt einem auf, dass viele der Bands seit 30 Jahren und länger Musikmachen, die Musiker stark am Rentenalter kratzen. Ist die Metalszene überaltert? "Überaltert nicht, aber Metal ist einfach zeitlos. Bei unseren Konzerten sind viele Besucher in unserem Alter, aber auch viele im Alter unserer Eltern", erklärt Alec. Dennoch hätten sie das Gefühl, dass bei großen Festivals meist die etablierten Bands gebucht werden und Nachwuchsbands oft zu kurz kommen. Nichtsdestotrotz haben Blackslash ehrgeizige Ziele: "Auf dem Bang your Head zu spielen wäre schon ein kleiner Traum", gibt Clemens zu. ­ Weitere Infos gibt es unter www.blackslash-band.de.