Donaueschingen

"Auf Heimatsprache sollte man stolz sein"

von Schwarzwälder-Bote

Von Christina Rademacher Donaueschingen. Großer Andrang herrschte am ersten Mundarttreffen im Mehrgenerationenhaus. Die Bürgerstiftung Donaueschingen hatte zu diesem Abend eingeladen.

Der Vorsitzende Ernst Zimmermann gab erst einen kleinen Abriss über die Arbeit und Ziele der Bürgerstiftung, bevor er auf das eigentliche Thema des Abends einging.

Das Projekt zur Erhaltung und Pflege der Baaremer Mundart sei "aufs Gleis" gesetzt worden. Er freue sich, dass so viele mit ihrem Besuch das Interesse an Donaueschinger Mundart bekunden. Mundart sollte man pflegen und erhalten.

Ziel ist es, "Eschinger Gschichtle" zu sammeln und später zu publizieren. Erst werden sie auf Hochdeutsch geschrieben und dann in Mundart übersetzt. Zu jeder Geschichte soll auch ein historischer Hintergrund vorliegen, eine geschichtliche Begebenheit aus Donaueschingen.

Ernst Zimmermann verlas eine Beispielgeschichte, bei der es um Gänse ging, die beim dritten Besuch von Kaiser Maximilian mit einem Trick vor der Beschlagnahme gerettet wurden. Erst verlas er sie in Hochdeutsch, dann versuchte er es in Mundart.

Mundartsprechen ist ja nicht schwer, aber diese in ein Schriftbild zu fassen und dann wieder vorzulesen, erfordert schon mehr. Die Geschichte bezieht sich auf die Entenburg und Kaiser Maximilian. Die Rahmenhandlung ist frei erfunden, könnte aber auch so geschehen sein.

Ruckzuck gab es rege Diskussionen über Sprechweisen und Ausdrücke. Jeder der Anwesenden konnte einiges dazu beitragen. Die Besucher bedauerten, dass die Mundart immer mehr verschwindet und besonders die heutige Jugend diese kaum noch kennt. Dabei sollte man stolz sein auf seine Heimatsprache.

Ernst Zimmermann fragte noch zahlreiche Worte nach, die er verwendet hatte, ob sie so richtig sind oder nicht. Dabei zeigte sich, dass es selbst in den Donaueschinger Ortsteilen schon zahlreiche Verschiebungen im Dialekt gibt. Besonders die Schreibweise ist schwierig, da es eigentlich gar kein Schriftbild gibt. Wichtig ist, dass man beim Vorlesen das Wort richtig aussprechen kann. Mittlerweile hat Zimmermann schon sieben Geschichten geschrieben. Einige erklärten sich bereit, diese Geschichten zu übersetzen, andere ließen sich dadurch inspirieren, neue Erzählungen mit den angebotenen Themen zu schreiben.

Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 30. Januar, um 19.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus statt.