Donaueschingen

Abriss: Bregbrücke ist Geschichte

von (chn)

Donaueschingen-Allmendshofen - Ein kurzer Ruck und ein kaum hörbares Ächzen durchfuhr das metallene Bauwerk, als nach über vierstündiger Vorbereitung Stahlseile um seine Glieder geschlungen waren und der Kran 500 Tonnen Zugkraft zur Geltung brachte.

Dann entschwebte die 60-Tonnen-Brücke unter den Augen zahlreicher Zaun- respektive Ufergäste ganz sanft ihren Verankerungen, in denen sie seit 1898 unzähligen Menschen und mehr oder minder motorisierten Fahrwerken die Überquerung der Breg ermöglicht hatte.

Spezialisten sind mit Kränen seit 2 Uhr unterwegs

Elf Mann eines schwäbischen Kranunternehmens hatten sich bereits um 2 Uhr nachts in Stuttgart mit zwei Kränen und zahlreichen weiteren Schwerlastfahrzeugen gen Donaueschingen aufgemacht, wo bereits am frühen Morgen mit den Vorbereitungen für die schwebende Brücke begonnen wurde. Sechs Wochen hatten die Verantwortlichen das Projekt im Schwabenland akribisch vorbereitet.

Bauwerk landet sanft auf der Uferböschung

Befürchtungen, die Brücke könnte nach fast 120 Jahren Dienst nur noch schwer aus dem Fundament entfernt werden – oder aber gar beim Hebeversuch auseinanderbrechen, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht: Alles lief absolut so, wie es sich Firmen-Projektleiter Thomas Reck und seine Mannen ausgemalt hatten. Nur rund zwei Minuten vergingen vom Start über dem Wasser bis zur ebenfalls sanften Landung am Ufer. "Alles Routine", freuten sich Kranführer und Co., nachdem die Bregbrücke dann entfernt worden war und das Bauwerk im Gras Platz genommen hatte.

Schrotthändler freut sich über eine große Menge Material

Dort kann es noch ein wenig die letzten Atemzüge seiner Existenz aushauchen. Und was passiert danach mit dem tonnenschweren Stahlkoloss? Die Frage treibt Abrissunternehmer Werner Breithaupt ein breites Lächeln auf die Lippen.

Mit einem Bagger mit Stahlschere wird das altehrwürdige Gebilde nun seziert und zerlegt werden, ehe die Einzelteile dann ihre letzte Reise antreten. Mit dem Brückenrwrack geht es nach Rottweil, wo sich ein dort ansässiger Schrotthändler bereits auf die menge an Material freut. Freuen kann sich indes auch Breithaupt: Rund 10 000 Euro wird ihm die Brücke noch in die Kasse spülen.