Dobel

Kindergarten: Warten nach Elternaufschrei

von Stefanie Böhm

Dobel - Personalmangel, fehlende Betreuung und Kinder, die anstatt mit anderen zu spielen zu Hause bleiben müssen – in der jüngsten Gemeinderatssitzung brachten Eltern ihre Sorge zum Ausdruck. Doch was hat sich seitdem in Dobel getan?

Mittlerweile habe es ein Treffen mit dem Elternbeirat gegeben, bestätigt Bürgermeister Christoph Schaack auf Nachfrage unserer Zeitung. Der runde Tisch "fand im Beisein einer externen Fachberaterin statt, die uns in dem anstehenden Entwicklungs- und Entscheidungsprozess begleiten wird", erklärt er weiter.

Besorgnis kundgetan

"Die Eltern haben angegeben, dass die Kinder spüren, dass Unruhe herrscht", gab Rätin Antje Mieves die Gemeinderatssitzung am 30. Januar wieder.

In der "Bürger fragen"-Runde brachte der Elternbeirat seine Besorgnis zum Ausdruck. Der Personalmangel im Kindergarten führe zu Ausfällen.

Eltern, die auf die Tagesbetreuung nicht so angewiesen seien wie andere, seien gar gebeten worden, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Grund hierfür sei der "hohe Krankheitsstand", erklärte Schaack seinerzeit gegenüber dem Schwarzwälder Boten. An manchen Tagen sei deshalb die Hälfte der Belegschaft ausgefallen. Doch auch wegen eines Autounfalls habe eine Kollegin ihre Betreuungsaufgaben nicht wahrnehmen können.

Ein Aufschrei

Von solchen Ausfällen sei dann schnell der gesamte Personalstamm betroffen, betonte Schaack. Änderungsmöglichkeiten habe er keine gesehen. Es sei ein Aufschrei der Eltern gewesen, betonte Mieves. Allerdings habe die Verwaltung das Problem schon früher erkannt und dementsprechend auch gehandelt. Stellenanzeigen in Zeitungen und Internetbörsen habe die Kommune als Arbeitgeber bereits geschalten.

Auch von Seiten der Eltern seien Vorschläge in der Gemeinderatssitzung gebracht worden, wie etwa kurzfristig die Betreuung einzelner Kindergruppen zu übernehmen. Doch Hauptamtsleiterin Sylvia Wacker habe laut Mieves den Vorschlag nicht unterstützen können.

Beteiligte schweigen

Für die Betreuung der Kinder sei nur pädagogisches Fachpersonal zugelassen. Eltern, die sich um die Betreuung ihrer Kinder sorgten, gehörten nicht dazu. Auch über die Osterzeit und Pfingsten sei die Sorge groß. Aufgrund des Personalmangels sei auch hierbei ungewiss, ob eine umfassende Betreuung gewährleistet werden könne, erklärte der Bürgermeister. Doch er versicherte, dass nach einer Lösung gesucht werde.

Welche Lösungen bislang in Erwägung gezogen oder gar bereits gefunden worden sind, ist allerdings nicht bekannt. "Über den genauen Inhalt des Treffens wurde mit allen Beteiligten Stillschweigen vereinbart", teilte Bürgermeister Schaack am Mittwoch mit. Der Entwicklungs- und Entscheidungsprozess im Beisein der externen Fachberaterin bleibt somit nur abzuwarten.