Dobel

Diskussionsrunde nach Vorstellung

von Schwarzwälder Bote

Dobel. Gut 20 kommunalpolitisch interessierte Bürger nutzten im Gasthaus zur Linde die Möglichkeit, die zwölf Kandidaten von Pro Dobel für den Gemeinderat kennenzulernen und deren Schwerpunkte sowie Entwicklungsziele für die Gemeinde Dobel zu erfahren.

Unter anderem ließ man mit einer Bildpräsentation kurz die vergangene Wahlperiode mit den wesentlichen Investitionen und Themen Revue passieren. Ebenfalls mit einer visuellen Darstellung wurden die dringend anstehenden Aufgaben in der neuen Wahlperiode aufgezeigt, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu stellten sich die Kandidaten vor und nannten die Beweggründe für ihre Kandidatur und eigene Ziele. Sie repräsentieren ein breites Spektrum an Berufen. Gewerbe und Dienstleistung, Tourismus, Weiterbildung und Sozialbereich gehören ebenso dazu wie Beschäftigte der öffentlichen Kommunal- oder Finanzverwaltung. Die Kandidatenliste umfasst mehrere Generationen.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde von einem Anwohner die Verkehrssituation in der Neuen Herrenalber Straße angesprochen. Auf der Gefällstrecke komme es immer wieder zu extrem gefährlichen Situationen durch beidseitig parkende Fahrzeuge, unangepasste Geschwindigkeit und verstärkten Lastwagen-Maut-Ausweichverkehr. Eine Geschwindigkeitsüberwachung wurde für zwingend notwendig angesehen und wurde vom Gemeinderat auch schon vor Monaten bei der für Landesstraßen zuständigen Straßenverkehrsbehörde angeregt.

Kleinere Wohngebiete

Neue Baugebiete für Gewerbe und Wohnen sollten dringend zur Verfügung stehen, mahnte ein Bürger an, denn dies verschaffe der Gemeinde zusätzliche Einnahmen. Die Beschlüsse für kleinere Wohngebiete seien bereits seit Längerem gefasst, so die Auskunft der im Gemeinderat vertretenen Mitglieder. Da Dobel rundum von FFH-Gebieten umschlossen sei, könne aber nicht weiter auf der grünen Wiese erweitert werden, sondern es müsse auf Innenentwicklung gesetzt werden. Deshalb sei auch die Erschließung neuer Gewerbebauflächen besonders schwierig.

Ein Interkommunales Gewerbegebiet im Wald an der Gemarkungsgrenze zu Neusatz sei schon seit Längerem auf dem Plan. Bei der Verwendung des ehemaligen Funkareals gab es unterschiedliche Meinungen. Während eine Seite dieses Gebiet schnell einer Wohnbebauung zuführen möchte, plädieren andere für eine Vorhaltung und Nutzung für touristische Vorhaben.

Altbürgermeister Gerhard Westenberger erinnerte an die Voraussetzungen für die Verleihung des Prädikats "Heilklimatischer Kurort". Es müsse alles unternommen werden, dass dieses Prädikat erhalten bleibe, denn es sei eine wesentliche Voraussetzung für ein Wiedererstarken des Tourismus auf dem Dobel und nicht zuletzt auch für den Bestand medizinischer Angebote. Die Gemeinde müsse dafür auch Fläche anbieten können und solle nicht alles verkaufen. Das touristische Standbein sei auch von wesentlicher Bedeutung für den Erhalt der allen Einwohnern dienenden Infrastruktur.

Der Zustand der Gemeindestraßen wurde genauso kritisiert wie der Unterhaltungsrückstand bei den Gemeindegebäuden. Hier konnten die Gemeinderatsmitglieder berichten, dass sowohl für das Kurhaus als auch für das Schulhaus und Rathaus in den nächsten zwei Jahren umfangreiche Maßnahmen geplant und dafür auch die Finanzmittel im Haushalt eingestellt worden seien. Auch für die Unterhaltung einzelner Gemeindestraßen seien die Finanzmittel erhöht worden. Eine große Maßnahme, wie zum Beispiel die Komplett-Sanierung der Unteren Bergstraße, die auch Wasser- und Abwasser-Leitungen umfasse, sei damit allerdings nicht möglich und finanzierbar.

Großes Thema war auch der langfristige Erhalt der ärztlichen Grundversorgung, wobei die landauf, landab bestehende Problematik bei der Gewinnung von Landärzten allen durchaus bewusst war. Die Bedeutung der Waldklinik für den Ort wurde dazu eindringlich vor Augen geführt. Die Sicherung der Senioren-Pflegeeinrichtung durch den Bau eines neuen Gebäudes auf dem sogenannten Hudelmaier-Gelände wurde grundsätzlich begrüßt.

Natürlich wurde auch die Breitbandversorgung, schnelles Internet und so weiter angesprochen. Hier sieht es in Dobel, verglichen mit anderen Kreisgemeinden, relativ gut aus. Die letzten Lücken sollen jetzt mit Unterstützung des Landkreises geschlossen werden.