Dietingen

Beim Abwasser flutscht es nun

von Anja Schmidt

Die Stimmung unter den Mitgliedern des Abwasserzweckverbands Unteres Schlichemtal ist gut. Der Erneuerungsprozess der Kläranlage Böhringen geht voran, und der Rechnungsabschluss 2016 erbrachte einen Überschuss.

Dietingen. Über der Kläranlage strahlt die Sonne und nicht minder die Mitglieder des Abwasserzweckverbands Unteres Schlichemtal mit den Gemeinden Zimmern unter der Burg, Dautmergen, Rosenfeld und Dietingen. Die Maßnahmen fanden Zustimmung, Haushaltsreste können aufgelöst werden.

Von besonderem Interesse war bei der Besichtigung die Fällmittel-Dosierstation. Inzwischen ist sie aufgestellt, allerdings lässt der Betriebsbeginn noch auf sich warten. Durch das Volumen des 25 Kubikmeter großen Tanks könne die Phosphorelimination gegenüber dem bislang genutzten Provisorium deutlich effektiver gehandhabt werden, sagte Klärwärter Reinhold Graf.

Allerdings sollte die Dosierstation schon im Haushaltsjahr 2016 umgesetzt werden. Durch die Insolvenz der bauausführenden Firma, die sich für das Fundament verantwortlich zeichnete, habe sich die Fertigstellung verzögert, erläuterte Verbandsvorsitzender Frank Scholz.

Einen guten Eindruck hinterließen auch die Erneuerung der Schaltwarte und der Anbau mit Sanitärtrakt, der den hygienischen Erfordernissen Rechnung trage. Wieder voll funktionstüchtig sind auch die beiden Silos. Nur optisch stehen sie im krassen Gegensatz zum frischen Anstrich des Hauptgebäudes. Ein "Schandfleck" für den Klärwärter.

Die beiden Silos, wie von Graf angeregt, ebenso in den Farben grau-grün aufzumöbeln, wurde ihm von den Mitgliedern nicht zugesagt, aber zumindest soll die Fassade instand gesetzt werden.

Mit zu den Maßnahmen, die 2012 auf den Weg gebracht wurden, gehört auch das Rechengebäude. Es sollte, wie auch das Belebungsbecken und der Sandfang, schon 2016 umgesetzt werden, wurde aber auf Anraten von Werner Maier vom Ingenieurbüro iat (Stuttgart) von der Maßnahmenliste gestrichen.

Mobile Elemente

Vorgenommen werden nur punktuell anfallende Sanierungen, für die im kommenden Haushaltsjahr 80 000 Euro eingestellt werden. Die ursprünglich angedachten 150 000 Euro könnten daher aufgelöst werden, sagte Verbandskämmerer Wolfgang Wagner.

Gelöst wurde in der Anlage die Hochwasserproblematik. Links und rechts des Eingangs wurden Mauern gezogen. Mit mobilen Elementen könnten laut Graf innerhalb von 20 Minuten die Lücke geschlossen werden.

Im Zusammenhang mit den bereits vorgenommenen Maßnahmen erbrachte das Rechnungsergebnis 2016 für den Verwaltungshaushalt einen Überschuss von etwa 27 500 Euro, informierte Wagner. Der Überschuss resultiere überwiegend aus den Wenigerausgaben bei den Unterhaltungskosten. Er werde den angeschlossenen Gemeinden im jetzigen Rechnungsjahr zurückgezahlt.

Der aus dem Vorjahr noch bestehende Haushaltsausgaberest in Höhe von 40 000 Euro konnte auf 20 000 Euro reduziert und für die noch anfallenden Hochwasserschutzkosten verwendet werden.

Im Vermögenshaushalt konnten laut Wagner Haushaltsausgabenreste in Höhe von 300 000 Euro gebildet werden. Diese Ausgabenreste sind zur Kostendeckung der Neuinstallation Schaltwarte (22 000 Euro), der Phosphorelimination (98 000 Euro) und der Sandfangsanierung (180 000 Euro) vorgesehen. Über- und außerplanmäßige Ausgaben seien im Rechnungsjahr 2016 nicht entstanden. Im Vermögenshaushalt habe sich weder ein Überschuss noch ein Fehlbetrag ergeben.

Was 2018 passieren soll

Durch die ausgeglichenen Ergebnisse blieb der Stand der allgemeinen Rücklagen bei etwa 70 000 Euro. Ein Darlehen sei vom Zweckverband bislang nicht aufgenommen worden.

Die Sanierung des Regenüberlaufbeckens soll im kommenden Jahr folgen. 140 000 Euro wurden im Investitionsplan von Werner Maier festgehalten, allerdings stehe eine Kostenberechnung noch aus. Für den weiteren Zeitraum bis 2020 sind noch weitere Maßnahmen im Kostenrahmen von 75 000 Euro angedacht.