Dauchingen

Goldene Stadt und Böhmerwald hinterlassen Eindruck

von Von Stefan Preuß

Dauchingen. Mit zahlreichen Eindrücken kamen die Reisenden des Bildungswerkes Dauchingen mit ihrem rührigen Leiter Ulrich Scheller zurück von ihrer Studienreise nach Tschechien. Wer Tschechien hört, denkt sogleich an Prag. So war das Ziel auch die goldene Stadt an der Moldau.

Unterwegs beeindruckte das oberpfälzische Städtchen Amberg mit seinem alten Rathaus, das im gotischem Stil 1356 errichtet wurde. Gegen Abend erreichte der Bus das Hotel in Prag. Dank der guten Lage konnte man in fünf Gehminuten schon einen Blick über die hunderttürmige Stadt werfen. Wegen der Hitze verlegte Stadtführerin Susanna einen Teil der Führung auf die Moldau, die Dauchinger genossen den Blick auf die Burg und die Karlsbrücke.

Aber auch viele kleinere Städte im weiteren Umkreis sind sehenswert und geschichtsträchtig. So das Städtchen Gablonz mit seinen 46 000 Einwohnern. Es galt seit dem 16. Jahrhundert als Mittelpunkt der Glasmacher. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten deutschböhmischen Bewohner vertrieben. Nach 1945 gründeten die Heimatvertriebenen dann Gemeinden mit dem Namen Neugablonz unter anderem in Kaufbeuren, um die Glasindustrie weiter zu führen. Auf der Fahrt zu altwürdigen Städten in Böhmen bot sich eine abwechslungsreiche Landschaft. Besonders reizvoll war die Fahrt ins "Böhmische Paradies". In diesem Landschaftsschutzgebiet am Rande des Riesengebirges ragen Felsformationen wie im Elbsandsteingebirge stolz durch die Bewaldung. Aus allem hervor sticht die Burgruine Trosky mit zwei Türmen, die das Wahrzeichen dieses "Böhmischen Paradieses" bildet, das bei Wanderern, Radfahrern und Skifahrern beliebt ist. Der Abstecher nach Jitschin lohnte sich, der Stadtkern mit den Häusern im Neorenaissancestil steht seit 1957 unter Denkmalschutz. Das Wallensteinsche Schloss säumt den Marktplatz. Jitschin, auch Stadt der böhmischen Märchen genannt, erlebte die Blütezeit, als der Feldherr und Herzog von Friedland, Albrecht von Waldstein (Wallenstein), hier regierte und seine Residenz baute.

Wer nach Tschechien fährt, denkt auch an Bier. In der staatlichen Brauerei "Budweiser Budvar" in Südböhmen ließen sich die Reisenden den Duft des mährischen Malzes und Saazer Hopfens um die Nase wehen. Natürlich gab es eine Brauereibesichtigung. Das Bier wird mit heimischen Rohstoffen und eigenen Wasser gebraut. Da schmeckte die Bierprobe im kühlen Keller.

Eine weitere geschichtsträchtige Perle ist die Stadt Tabor. Die Stadt am Stausee Jordán war einst die Hochburg des Reformators Jan Huss. Huss predigte in tschechischer Volkssprache gegen die Privilegien, die der Klerus gegenüber dem Volk besaß. Er wurde 1415 in Konstanz hingerichtet. Tabor besitzt das älteste Talbecken in Europa, es wurde 1492 gebaut und entstand durch das Abdämmen des Tismenice-Bachs.

Ebenfalls durch Wasser wurde Marienbad bekannt. Durch seine Quellen finden viele Menschen Heilung. Marienbad besticht durch seine Architektur nicht nur an den Häuserfassaden der Hotels, sondern mit seinen neobarocken Kolonaden. Diese filigrane Konstruktion aus Gußteilen versetzte die Betrachter aus Dauchingen ins Staunen. Die Tage gingen wie im Flug vorbei, nachdem man am letzten Abend in Prag noch tschechische Folklore genossen hatte, ging es in Richtung Heimat mit einem Abstecher in Bad Kötzting im Norden des bayrischen Böhmerwaldes.

Es war wieder eine Reise mit dem Dauchinger Bildungswerk, die sicher lange bei allen nachwirkt und vielleicht Appetit gemacht hat, den Böhmerwald selbst zu erkunden, reichlich Informationen gab Ulrich Scheller nicht nur vor Ort, sondern auch während der ganzen Reise. Dank des Chauffeurs Roland Ebner von der Firma Petrolli kamen alle wohlbehalten zurück und freuen sich schon wieder auf eine Studienfahrt.