Calw

Überarbeitete Bachelorstudiengänge starten im Oktober

von Arnfried Mehne

Calw. "Für die Stadt und den Kreis Calw ist dieser Tag ein guter Tag." Mit diesen Worten begrüßte Calws Oberbürgermeister Ralf Eggert die Runde. Worauf er anspielte? Die SRH Hochschule Calw geht ab sofort komplett in der Mutterhochschule Heidelberg auf. Was lange geplant war, wurde gestern zur beschlossenen Sache.

Der Standort Calw soll davon profitieren, indem aus Heidelberg personelle Unterstützung kommt. So sollen beispielsweise die notwendigen Vorbereitungen, damit ein Studiengang angeboten werden kann, von Heidelberg aus gemacht werden. Gleichzeitig werden die Professoren und Lehrkräfte in beiden Hochschulen einsetzbar sein. Das ermöglicht vor allem in Calw ein breiteres Studienangebot.

Bis Oktober werden die Studiengänge BWL sowie Medien- und Kommunikationsmanagement durch den deutschen Wissenschaftsrat geprüft und erneut zugelassen. Danach wird mit dem neuen Lehrmodell "Core" unterrichtet. Hier profitiert man davon, dass das Modell in Heidelberg schon läuft. In Calw werden somit also bereits funktionierende Muster übernommen.

Wie bereits berichtet, geht es bei "Core" darum, dass deutlich praxisorientierter gelehrt werden soll. In fünfwöchigen Blöcken sollen dann ein bis zwei Fächer behandelt werden und während oder am Ende der Praxisphase durch die passendste der insgesamt 27 verschiedenen Arten der Prüfungsleistung bewertet werden.

Die genauen Pläne stellte Eggert gemeinsam mit der ab April als Rektorin der Hochschule Heidelberg fungierenden Katja Rade, den Dekanen der Hochschule Calw, Sven Cravotta und Thomas Müller, sowie dem Direktor Kommunikation der SRH Holding vor.

Wirtschaft befragt

Das Ziel "Reibungspunkte beim Übergang von Hochschule in die Arbeitswelt abzubauen" würde damit gelingen. Genau darauf zielte Eggert ab, als er betonte, dass es ein guter Tag für den Landkreis sei, denn in nächster Zeit werden er und die Hochschule auf Partner in der Wirtschaft zugehen und "Core" samt der Vorteile für den Arbeitgeber vorstellen.

So ist es dann zusätzlich möglich, dass gegen Zertifikate oder eine Anzahl von Credits einzelne Module zur Weiterbildung besucht werden können.

Etwas, wovon man sich erhofft, dass es tatkräftig genutzt wird und die Mitarbeiter in der Region weiterbildet. Birschmann, der das Modell in Heidelberg schon in der Anwendung erleben konnte, freut sich sehr darüber und betont, dass es auch von außen sehr positiv betrachtet würde.

So sei kürzlich die Heidelberger Hochschule für den Genius Loci-Preis nominiert worden, der seit diesem Jahr vom Stifterverband für Pionierarbeit für Lehrveranstaltungen vergeben wird. Als eine von insgesamt drei nominierten Hochschulen in Deutschland, sei dies schon eine große Ehre, so Birschmann.