Calw

Tunnel kommt langsam auf Zielgerade

von (sb)

Calw/Berlin - Nachdem der Calwer Tunnel bereits den Sprung in den Vorentwurf des Bundesverkehrswegeplans auf den Platz des vordringlichen Bedarfs geschafft hatte (wir berichteten), ist er jetzt auch im Regierungsentwurf in Berlin so eingruppiert worden. Das haben die beiden Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Calw/Freudenstadt, Hans-Joachim Fuchtel und Saskia Esken, in einer gemeinsamen Presseinformation bekanntgegeben.

Sorgfältig begleiten

"Wir werden die Pläne für den Tunnel auch künftig sehr sorgfältig begleiten", erklären Fuchtel und Esken übereinstimmend. Jetzt müsse noch im parlamentarischen Verfahren alles glatt laufen. Von der Umgehungsstraße, die durch den neuen Tunnel fließen wird, dürfe man zu Recht enorme Gestaltungsspielräume für die Innenstadt erwarten. Denn sie werde für einen guten Verkehrsfluss sorgen und mehr Ruhe ins Zentrum bringen. Das werde vor allem der Bürger direkt zu spüren bekommen, so die beiden Parlamentarier.

Auch der Calwer Landrat Helmut Riegger zeigt sich hochzufrieden: "Es ist schön zu erleben, dass dank unserer gemeinsamen Anstrengungen dieses bedeutende Projekt eine weitere wichtige Hürde genommen hat." Der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert freute sich ebenfalls über die gute Nachricht aus Berlin. "Ich bin unseren Bundestagsabgeordneten dankbar für deren Engagement", betonte der Rathauschef.

Deutliche Entlastung

Schon seit 2003 steht die Kernstadtumfahrung Calw im Bundesverkehrswegeplan als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs.

Immer wieder wurde nicht nur von Seiten der Stadt darauf hingewiesen, dass die Verkehrsbelastung zu erheblichen Beeinträchtigungen der Anwohner führt. Wie Verkehrsprognosen ergeben haben, kann durch den Tunnel die Belastung von 23 000 Fahrzeugen täglich im nördlichen Bereich der Durchfahrtsstraße auf 1200, im südlichen Bereich auf 9000 Fahrzeuge reduziert werden.

Im Gemeinderat wurde das Thema mehrfach behandelt. Im Oktober 2012 hat das Gremium beschlossen, auf einen Tunnelabzweig im Bereich ZOB Richtung Innenstadt zu verzichten. Dadurch sind die Kosten von 42,2 Millionen auf 30,5 Millionen Euro gesunken. Dies und die Tatsache, dass die Stadt die Vorplanung für das Bauwerk vorfinanzierte und schon die notwendigen Grundstücke gekauft hat, brachte die ganze Anglegenheit maßgeblich voran.

Die Realisierung solcher Bauten braucht natürlich immer viel Zeit. Wie OB Eggert unlängst dazu aber festgestellt hatte, könnte er sich vorstellen, dass bis zum Jahr 2020 zumindest die Ausschreibungen gelaufen sind.