Calw

Neuer Kindergarten soll Vorbildcharakter haben

von Bianca Rousek

Calw-Wimberg. Ein neuer Kindergarten für das neue Baugebiet: Der Bau- und Umweltausschuss beriet in seiner jüngsten Sitzung über das geplante Projekt in der Waldsiedlung auf dem Wimberg. Der Konsens: Zustimmung für das Projekt an sich und eine grundsätzlich positive Einstellung zur geplanten Holzbauweise. Gespickt lediglich mit kleinen Zweifeln.

Wie bereits im Vorfeld berichtet, soll auf dem Wimberg ein Zwei-Gruppen-Kindergarten entstehen, der "alle heute üblichen Betreuungsformen ermöglicht", heißt es in der Sitzungsunterlage. Das Gebäude soll aus drei Teilen bestehen. Alle größtenteils in Holzbauweise errichtet.

Damit soll laut Sitzungsvorlage nicht nur der Lage im Schwarzwald Rechnung getragen werden, sondern auch dem Namen "Waldsiedlung". Hierfür spreche auch die positive Wirkung des Baustoffes Holz auf das menschliche Wohlbefinden.

Andreas Hailer vom Hochbauamt ist ganz begeistert von der Idee. Es wäre ein beispielhaftes Bauprojekt, nahezu ohne Schadstoffe und noch dazu nachhaltig. "Ich würde mir wünschen, so ein Gebäude in Calw zu bauen", sagte er. Zumal es sich um ein öffentliches Gebäude handele, das ein Stück weit Vorbildcharakter hat. Die Kostensteigerungen im Vergleich zu konventioneller Bauweise seien überschaubar – wenn man das richtige Architekturbüro wählt, so Hailer.

Er hat sogar bereits eines im Kopf: Ein Büro in Stuttgart, das schon viel Erfahrung im Bereich der Holzbauweise habe. Das Gremium war sich aber einig darin, dass man auch andere Architekturbüros anfragen müsse, was Hailer bestätigte.

2,5 Millionen Euro: Nicht nur Gebäude an sich mit eingerechnet

Adrian Hettwer (Gemeinsam für Calw) ließen die Kosten für den Neubau keine Ruhe. Diese werden aktuell auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. "Das ist schon viel Geld", meinte er. Hettwer wollte wissen, wie viel es im Vergleich dazu kosten würde, den Kindergarten in konventioneller, also massiver, Bauweise zu errichten. Genau konnte Hailer das zwar nicht beziffern, räumte aber ein, dass es preisgünstiger wäre. Wenn auch voraussichtlich nicht viel. Wobei bei den 2,5 Millionen Euro nicht nur das Gebäude, sondern auch der Außenbereich und weiteres mit eingerechnet seien. "Das kann auch noch günstiger werden."

Für Hailer stehe die Nachhaltigkeit bei dem Projekt im Mittelpunkt. Zumal man bei einer Holzbauweise weniger für die Dämmung investieren müsse. "Ich finde es gut, dass man sowas angeht", lobte Irmhild Mannsfeld (Neue Liste Calw). Wenn sie sich auch einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen konnte: Eigentlich habe man solche Projekte ja schon damals in der Ökosiedlung umsetzen wollen. "Aber das ist ja etwas anders geworden." Ein Kindergarten in Holzbauweise hingegen könnte auch andere Bauherren inspirieren.

Bei einer Enthaltung beschloss der Bau- und Umweltausschuss, dem Gemeinderat das Bauprojekt zu empfehlen, das schon im Sommer 2021 fertig sein könnte.