Calw

Krankenhaus: OB pocht auf mehr Betten

von Ralf Klormann

Kriminalpolizeidirektion und Krankenhaus – zwei große Themen, die Calw 2017 bewegt haben. Entsprechend viel Raum nahmen sie in der Ansprache von OB Ralf Eggert zum Neujahrsempfang der Stadt ein – und waren doch nur ein Teil des Rück- und Ausblicks.

Calw. Mit bedächtigen, beinahe meditativen Klängen haben "Die zwölf Cellisten der Musikschule Calw" am Samstag den Neujahrsempfang der Stadt in der Aula eröffnet. Zwischen OB Ralf Eggerts Ansprache und der Sportlerehrung boten die Mitglieder des Altburger Dance Movement mit schnellen Tanzschritten und fetziger Musik dagegen einen krassen Kontrast. Beide Künstlergruppen zusammen zeigten somit das, was auch Eggert mit seiner Rede bot: einen Querschnitt dessen, was in Calw alles los ist.

Krankenhaus Natürlich durfte dieses "hochemotionale Thema", so Eggert, bei dessen Ansprache nicht fehlen: die Debatte um die Zukunft des Calwer Krankenhauses. Der OB blickte zurück auf das erste, vielfach umstrittene Konzept 3plus. Seit dieses vom Kreistag trotz "erheblichem Widerstand der Stadt" beschlossen worden sei, habe sich vieles getan, erklärte Eggert. So sei beispielsweise die Gynäkologie und Geburtshilfe von einer Beleg- auf eine Hauptabteilung erweitert worden. Auch das Konzept 3plus habe Veränderungen erfahren. Dabei dürfe es aber nicht bleiben.

Wenn beispielsweise der Kreis sein Versprechen, eine vollumfängliche unfallchirurgische Versorgung in Calw zu garantieren, halten wolle, müsse einiges nochmals überdacht werden. Da Orthopädie und Unfallchirurgie heute medizinisch nicht mehr zu trennen sind, müsse diese Abteilung eine entsprechende Größe haben. "Dafür braucht man ein paar Betten mehr und dafür braucht man mehr Funktionsräume", unterstrich Eggert. Insgesamt sprach er sich für einen Neubau aus, der jedoch statt 135 knapp 180 Betten haben solle, um nicht zuletzt sicherzustellen, dass dort auch eine ansprechende Ausbildung des medizinischen Personals möglich sei. Derzeit habe das Calwer Krankenhaus 189 Betten. Diese Entwicklung möglich zu machen, sei eine Aufgabe, die es 2018 weiter zu bearbeiten gelte.

Kriminalpolizeidirektion Seit Mitte Dezember ist es offiziell: Im Zuge der Reform der Polizeireform wird die Kriminalpolizeidirektion für das entstehende Polizeipräsidium mit Sitz in Pforzheim nach Calw kommen. Zwischen 150 und 180 Mitarbeitern wird diese Abteilung künftig haben, die genaue Zahl werde wohl im Laufe des Januars feststehen, verriet der OB. Als Übergangsstandort könnte das Gebäude in der Bahnhofstraße dienen, das derzeit noch von der Stadtverwaltung genutzt wird – die jedoch nach Abschluss der Rathaussanierung Ende des Jahres wieder dort ausziehen wird. Dann bleibe noch rund ein Jahr, um das Gebäude dem Bedarf der Kripo entsprechend umzubauen, damit zum Stichtag 1. Januar 2020, wenn die Reform abgeschlossen sein soll, alles fertig ist. Eggerts besonderer Dank ging an den Landtagsabgeordneten Thomas Blenke (CDU), der sich besonders dafür eingesetzt habe, diese Abteilung nach Calw zu holen. Mittel- und langfristig soll die Polizei in der Stadt übrigens komplett unter einem Dach untergebracht werden. Zusammen mit dem Land werde man sich dann Gedanken machen, wie die bisherigen Gebäude der Polizei anschließend genutzt werden könnten, damit diese nicht wie das Areal der ehemaligen Akademie jahrelang brach liegen.

Schuldenstand "Calw befindet sich auf einem Kurs der wirtschaftlichen Erholung", erklärte Eggert. Dank der guten Konjunkturlage und sprudelnder Steuern gelinge es, die Schulden der Stadt immer weiter abzubauen. Derzeit belaufen sie sich auf rund 28 Millionen Euro. Anhand einer Grafik machte der OB aber deutlich, dass ein steter Abbau geplant sei. So rechnet die Stadt damit, bis Ende des Jahres 2021 den Schuldenstand auf etwa 21,2 Millionen Euro senken zu können. Wohn- und Gewerbegebiete Auch baulich habe sich die Stadt 2017 weiterentwickelt, erklärte Eggert. Die Wohngebiete Schafweg III in Heumaden sowie Müllergässle in Holzbronn seien erschlossen, die Waldsiedlung auf dem Wimberg auf den Weg gebracht worden. Bei letzterer wird in den kommenden Tagen und Wochen mit der Rodung des Waldes begonnen.

Auch am geplanten, 21 Hektar großen Gewerbegebiet Lindenrain an der Abzweigung nach Holzbronn von der B 296 werde weiter gearbeitet. Doch: "Warum machen wir das? Wir hassen ja nicht den Wald", stellte der OB dabei in den Raum. Fakt sei jedoch, dass mehr als 70 Prozent des Calwer Stadtgebiets von Wald bedeckt werde. Und dass Calw dringend Gewerbesteuereinnahmen brauche. Bislang werde das finanzielle Manko durch überdurchschnittlich hohe Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer ausgeglichen – und somit letztlich von den Bürgern bezahlt.

Rathaussanierung Knapp 18 Millionen Euro wird die Sanierung des Rathauses gekostet haben, wenn diese voraussichtlich Ende des Jahres 2018 abgeschlossen sein wird. Etwa die Hälfte, so Eggert, wird durch einen Zuschuss finanziert, da bei der Maßnahme ein denkmalgeschütztes Gebäude erhalten werde. "Kleinere" Sanierungen Neben der großen Baustelle Rathaus sei auch in zahlreiche andere städtische Einrichtungen investiert worden, erklärte der OB. Unter anderem wurden die Fassade der Volkshochschule saniert, Brandschutzmaßnahmen an der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in der Badstraße umgesetzt, die Heizung der Heumadenschule saniert, die Hallenbeleuchtung in der Badstraßen-Halle erneuert sowie die WC-Anlage in der Stammheimer Sporthalle umgebaut.

Feuerwehr Im vergangenen Jahr wurde auf den Weg gebracht, was bereits seit rund zehn Jahren im Gespräch sei: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Stammheim. Das bisherige Gebäude ist nicht mehr geeignet, weil es für die heutigen, größeren Fahrzeuge zu klein ist. Gegenwärtig, so Eggert, würden darüber hinaus drei neue Fahrzeuge im Wert von rund einer Million Euro beschafft. Weitere fünf Mannschaftstransportwagen sollen in diesem Jahr beschafft werden. Und auch die Feuerwehrleitstelle in Calw werde für rund 180 000 Euro erneuert.

Seniorenresidenz 2017 ist der Startschuss für eine Seniorenresidenz in Heumaden gefallen. Der OB freute sich besonders darüber, dass ein zentraler Standort gefunden worden sei. Dadurch würden die künftigen Bewohner nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen und könnten viele Ziele im Ort noch zu Fuß erreichen. Flüchtlinge Die Unterbringung der Asylbewerber, die im Zuge der Flüchtlingskrise ab 2015 nach Deutschland kamen, sei im Landkreis und der Stadt Calw gut gelungen, resümierte Eggert. Weder Sporthallen noch Zeltstädte seien notwendig gewesen. Mittlerweile habe sich sie Lage entspannt; von den 500 Menschen, die ursprünglich in Gemeinschaftsunterkünften lebten, seien nur noch 200 dort untergebracht. Die anderen seien in der Anschlussunterbringung.

Südostumfahrung Seit rund 25 Jahren befasst sich die Stadt mit dem Thema Südostumfahrung. Im vergangenen Jahr hat der Calwer Gemeinderat nun erstmals Mittel im Haushaltsplan eingestellt, um die Planungen fortzusetzen. Die Südostumfahrung soll vom alten Bahnhof den Berg hinauf bis zur Kurve beim Calwer Landratsamt führen.

Stadtfest Nach einer vierjährigen Pause wurde 2017 erstmals wieder ein Stadtfest in Calw gefeiert. Künftig soll es einen zwei- bis dreijährigen Rhythmus geben, stellte Eggert in Aussicht. Die Einzelheiten müssten dabei aber noch geklärt werden.

Kitas Der Bedarf an Plätzen in Kindertageseinrichtungen wachse stetig, weil auch die Stadt weiter wachse. Je nach Bedarf werde hier immer weiter ausgebaut, so der OB.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs zeichnete OB Ralf Eggert zahlreiche Sportler aus, die im vergangenen Jahr erfolgreich unter anderem an Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften teilgenommen haben.

DLRG Ortsgruppe Althengstett Heike Wolf, Thomas Wolf, Felix Wolf, Lara Althaus, Leonie Peter

Lauftreff Altburg Horst Liebing, Martina Kugele

JKA-Karate Dojo Calw Steven Kaun, Jeannette Bellhäuser, Frieder Diegner, Maxim Rabek, Justin Weber, Selina Weber, Viviana Batista, Kathrin Heinz

TSV Calw Abteilung Taekwondo Wolfgang Rentschler Abteilung Faustball Philipp Kübler, Raphael Schlattinger, Stephanie Dannecker, Annika Bösch, Jasmin Sackmann, Samantha Lubik, Sandra Janot, Franziska Hablitzreither, Lisa Kübler, Anna Winkler, Adina Stoll, Muriel Wacker, Leonie Pfrommer, Kristin Heuer, Laura Flörchinger, Henriette Schell

Altburger Dance Movement Muriel Riepp, Mariella Heil, Tijana Dojcinoic, Toni Heese, Alessia Monarco, Samira Elsässer, Elly-Charlott Telke, Sophie Hornung, Joel Marisa Omerika, Mia Lohmeyer, Gulia Aronica, Mina Grauberger, Michelle Abreu, Shanice Wunderlich, Madeleine Lülf, Aida Samardzic, Sara Leacche, Madeline Tómas, Sayeh Ramazani, Alina Knutas, Melissa Hurka, Madeleine Weinmann, Kim-Susann Hennefarth, Madeleine Nestle

TSV Hirsau Hip-Hop-Gruppe Giulia Merico

Danekdance Stefan Ritscher, Marleen Georgesohn