Calw

"heute-show"-Star bei Kleiner Bühne

von (sb)

Calw - Christine Prayon ist dem TV-Publikum auch als Birte Schneider aus der ZDF heute-show bekannt. Am Samstag, 8. Dezember, ab 20 Uhr tritt sie bei der Kleinen Bühne Calw in der Musikschule auf – als "Diplom-Animatöse".

In dieser Rolle ist Prayon keine gemeine Animatöse. Sie ist eine Animatöse mit Diplom. Und das gebe es selten, heißt es in einer Ankündigung. Die Veranstaltung passe in keine Schublade, denn sie sei zwei Stunden lang und mindestens genauso breit. "Wenn Sie darüber jetzt herzlich lachen konnten, sind Sie hier genau richtig. Es wird noch mehr schlechte Witze geben", ist weiter zu lesen. Außerdem wird Prayon einige Präsidenten imitieren, singen, den ein oder anderen bewegenden Moment zerstören und möglichst viel Haut zeigen. Sie wird sich auch bei ihrem Auftritt in Calw nicht festlegen, ob es sich um Kabarett, Comedy oder eine Heizdeckenverkaufsveranstaltung handelt. "Hauptsache absurd und ohne Chansons", sei das Motto.

Die ganze Wahrheit über Jack Michaelson

Auf dem Höhepunkt ihrer Animatösenkarriere wendet sich Prayon den Enthüllungen zu. Sie verrät, wer sie wirklich ist, welche seltene Krankheit sie hat. Ob es den deutschen Humor gibt und wenn ja, warum nicht. Das Publikum erfährt die ganze Wahrheit über Jack Michaelson und die Große Deutsche Revolution. Wie Madame Sarkozy bei einem Lachanfall aussieht, wie das Wetter gestern wird und was Prayons Eltern und ihre Katze zu all dem sagen.

Es geht um Vieles. Eigentlich geht es um alles. Es geht um Schein und Sein in der realkapitalistischen Gesellschaft, einer zunehmend brutalisierten, anonymen Nahrungskette mithin, in der das gnadenlose Rollenspiel Überlebensstrategie, ja quasi systemimmanent ist. Es geht also um das Nicht-Sein im Sein, da alles Sein als Schein ein scheinbares Nicht-Sein im Schein des realen Seins zu sein scheint. Wer Antworten auf diese Fragen sucht, wird sie hier finden.

Die Diplom-Animatöse ist mutig und unkonventionell von Redakteuren gefürchtet, von Therapeuten empfohlen, denn, so Prayon, "ich muss halt auch bleiben, wo ich gucke".