Calw

Fachsimpeln darf nicht fehlen

von Schwarzwälder Bote

Kreis Calw/Heilbronn (ab). Der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Calw bietet jedes Jahr für seine Mitgliedsvereine eine Informationsfahrt zu den Gartenschauen an. Dieses Jahr besuchten 40 Teilnehmer die Bundesgartenschau in Heilbronn.

Der Kreisvorsitzende Alfred Breitling nutzte nach seiner Begrüßung die Busfahrt nach Heilbronn für eine eingehende Information über die Stadt Heilbronn und die Hintergründe der Bundesgartenschau, welche nach der BUGA in Stuttgart im Jahre 1977 erstmals wieder in Baden-Württemberg stattfindet. Die heute 125 000 Einwohner zählende Industriestadt Heilbronn wurde am Ende des 2. Weltkriegs zu 50 Prozent zerstört und hat sich durch den Wiederaufbau zum Zentrum des Unterlandes mit neuer Industrie, einem Technologiepark, moderner Hochschule mit Campus und einer fußgängerfreundlichen Innenstadt entwickelt. Eine Problemzone blieb jedoch über viele Jahre der Neckarbogen mit seinem alten Hafen- und Güterbahnhofareal, altlastenbehaftet durch die Kriegsfolgen und Industriebrachen.

Forscherinsel als Höhepunkt

Als Heilbronn im Jahre 2007 den Zuschlag für die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2019 erhielt, eröffnete sich die einmalige Chance, diesen Bereich völlig neu zu ordnen und städtebaulich zu entwickeln. Auf dem 40 Hektar großen Schaugelände kann heute nicht nur eine Blumenschau, sondern eine integrierte Stadtausstellung bewundert werden.

Das Gelände teilt sich in fünf Bereiche auf: Die neuen Ufer als künftiges Freizeitgelände, die Sommerinsel mit dem Karlssee, das Inzwischenland mit 1000 neu gepflanzten schattenspendenden Pappeln, die Stadt im Werden, ein neues Stadtquartier, wo heute bereits 500 und im Endausbau 3500 Einwohner wohnen werden und als Höhepunkt die Forscherinsel mit der Experimenta, einer auf 25 000 Quadratmeter Fläche präsenten Wissens- und Erlebniswelt.

In Heilbronn angekommen, tauchten die Besucher aus dem Kreis Calw in die bunte Welt der BUGA ein und erkundeten in kleinen Gruppen das hoch interessante Gelände. Natürlich durfte auch der Ausstellungsbeitrag des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) nicht fehlen.

Die Kollegen aus dem Kreisverband Heilbronn präsentieren unter dem Motto "Der bunte Obst- und Ziergarten" Strauchrosen, Stauden, Beerenobsthochstämmchen und eine Obstwiese mit Wild- und Säulenobstbäumen. Eine gute Gelegenheit, mit den anwesenden Betreuern zu fachsimpeln.

Auf der Rückfahrt und bei der Schlusseinkehr im "Trollinger" in Althengstett waren sich die Obst- und Gartenfreunde darüber einig, dass die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel ist. Einige Vereine werden mit ihren Mitgliedern die BUGA deshalb auch im Sommer nochmals besuchen.