Calw

Eltern laufen Sturm gegen Kiga-Gebühren

von (rk)

Calw - Die städtische Kinderbetreuung könnte bald teurer werden. An diesem Donnerstagabend berät der Kultur-, Schul- und Sportausschuss der Stadt Calw über genau dieses Thema; es steht eine Erhöhung der Gebühren um 3,5 Prozent im Raum. Viele betroffene Eltern sind damit überhaupt nicht zufrieden.

In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, melden sich nun die Familien Bantel, Holl, Olsen, Kanis, Braun, Jung, Kuppler/Morof, Hebestreit, Sander, Pawlikowski/Nguyenova, Venezia, Magas-Selemis und Meier/Wöhr aus Heumaden zu Wort, die sich gegen eine Verteuerung der Betreuung positionieren. "Während andere Gemeinden Familienfreundlichkeit leben und sich mit Gebührenerhöhungen zurückhalten, sollen in Calw die Kindergartengebühren schon wieder um 3,5 Prozent angehoben werden. Dies entspricht dem allgemeinen Einkommenszuwachs nicht im Geringsten", argumentieren die Betroffenen.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden völlig überzogen

Bei einem Grundbetrag von dann 166 Euro für einen Halbtagesplatz im Kindergarten zahle man bei den unter Dreijährigen bis zu 622 Euro. Dies sei im Vergleich zu umliegenden Kommunen und angesichts der höheren Förderquote völlig überzogen. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird hier zum schier unbezahlbaren Luxusgut. Das ist Familienpolitik von gestern", heißt es in dem Schreiben weiter. "Doch damit nicht genug: Auffallend oft mussten Kinder in der letzten Zeit auf Grund von Personalnot zu Hause bleiben – trotz der enormen Gebühren."

Bleibe die Kita zu, gebe es trotz nicht erbrachter Leistung kein Geld zurück. Dies sei angesichts "überzogener Kindergartengebühren" doppelt ärgerlich.

Dass eine Erhöhung dieser Gebühren dann bei der letzten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien und ohne Vorbesprechung im Kultur-, Schul- und Sportausschuss beschlossen werden sollte, lasse den Schluss zu, "dass da etwas durch den Gemeinderat hätte gepeitscht werden sollen".

Nun habe das Gremium die Chance, seine eigentliche Aufgabe wahrzunehmen: "die Verwaltung der Stadt zu beaufsichtigen und ungute Entwicklungen zu korrigieren. Am Schluss hört man nämlich immer wieder stereotyp: ›Der Gemeinderat hat’s beschlossen!‹", so das Schlusswort des Schreibens.