Burladingen

Hermannsdorf: Wenn's brennt, muss Bitz ran

von Erika Rapthel-Kieser

Burladingen/Bitz - Hermannsdorf, der idyllisch gelegene Weiler an der Kreisstraße 7102, gehört mit seinen 47 Einwohnern zu Burladingen. Wenn’s brenzlig wird, müssen aber künftig die Bitzer ran. Der Feuerwehrbedarfsplan enthüllt jetzt, dass Einsatzkräfte aus der Fehlastadt zu lange brauchen würden.

Die Fachleute des Balinger Ingenieurbüros Riesener haben sich in einer 94-Seiten-Analyse intensiv mit der Burladinger Feuerwehr befasst. Personalstärken, Verfügbarkeit, Alarmierungsketten, Gebäuden, Fahrzeugen und der Ausrüstung wurde da genau auf den Zahn gefühlt und Anregungen und Tipps für die Zukunft gegeben. Die Riesener-Ingenieure haben sich, um Anfahrtszeiten in Burladingen zu überprüfen, sogar selber auf den Weg gemacht und sind die entsprechenden Strecken mit der Stoppuhr abgefahren. Denn länger als zehn Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Ort des Geschehens sollten Brandbekämpfer im Ernstfall nicht brauchen. Das hängt in Burladingen mit seinen zahlreichen Teilorten und Aussiedlerhöfen aber nicht nur von der topographischen Lage ab, sondern, vor allem auch im Winter, von den Straßenverhältnissen.

Und wenn es um den Weiler Hermannsdorf geht, sind die Ergebnisse der Studie ernüchternd. "Hermannsdorf wird von keiner Einsatzabteilung der Feuerwehr Burladingen in der Eintreffzeit von zehn Minuten erreicht", heißt es da auf Seite 87. Und auf Seite 88 folgt gleich als erstes die Empfehlung: "Aufgrund der vergleichsweise hohen Personenzahl für einen Aussiedlerbereich müssen weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Eintreffzeit definiert werden."

Parallele Alarmierung gefragt

Diese Definition hat der Feuerwehrbedarfsplan den Verantwortlichen der Stadt Burladingen und ihrer Wehr gleich mal abgenommen. "Damit der erste Abmarsch in Hermannsdorf sichergestellt werden kann, muss auf externe Kräfte einer anderen Feuerwehr zurückgegriffen werden. Der erste Abmarsch muss zukünftig über die Feuerwehr Bitz erfolgen. Dies muss auf Ebene des Kreisbrandmeisters beziehungsweise der beiden Kommunalverwaltungen abgestimmt werden", ist die Hausaufgabe, die der Feuerwehrbedarfsplan dem Burladinger und Bitzer Rathaus und dem Landratsamt mit auf den Weg gibt.

Außerdem solle diese Maßnahme in der sogenannten Alarm- und Ausrückeordnung, in der Feuerwehr auch kurz AAO genannt, integriert werden, und grundsätzlich müsse, so heißt es im Bedarfsplan, bei einem Schadensereignis in Hermannsdorf die Feuerwehr Bitz parallel zu der Abteilung der Kernstadt mit alarmiert werden. Dann wird, so formulieren es die Ingenieure, der erste Abmarsch über die Feuerwehr Bitz, der zweite über die Feuerwehr Burladingen sichergestellt. Wegen der Fahrzeit müsse die Burladinger Wehr bereits fünf Minuten nach der Alarmierung von ihrem Feuerwehrhaus abrücken, betont das Gutachten. Das scheint sportlich kalkuliert worden zu sein.

Immerhin geht es vom Feuerwehrhaus der Kernstadt an der Schlichte über die B 32 mitten durch den Stadtkern. Bis hin zur Kreuzung, die dann hinauf auf die Kreisstraße 7102 vorbei am Ziegelhof bis nach Hermannsdorf führt.

Dort oben angekommen, sind die Einsatzkräfte gleich noch mit einem anderen Problem konfrontiert: "Aufgrund der exponierten Lage muss bei einem Brand in Hermannsdorf bereits frühzeitig an die Wasserversorgung über lange Wegstrecken gedacht werden", heißt es im Bedarfsplan.