Burladingen

Ort der Ruhe und Besinnung

von Erika Rapthel-Kieser

Er mag der am idyllischsten gelegene Friedhof der Fehlastadt sein, der Gottesacker in Hausen. Vom obersten Gräberfeld haben Besucher einen Blick über das Killertal. Und obwohl die Hanglage alle Bauarbeiten erschwert, ist in den vergangenen Jahren viel saniert und verbessert worden.

Burladingen-Hausen. Zuletzt wurden die Urnenstelen gleich rechts vom Eingang aufgestellt. Sie können jetzt letzte Ruhestätte für 14 Hausener Bürger werden. Dass dies in diesem Jahr noch möglich war und die Arbeiten dazu beendet wurden, freut auch Ortsvorsteher Erwin Staiger.

Bestattungsplätze – da hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert, kommentiert der Rathauschef. Statt nach Einzel- und Familiengräbern oder Urnenreihengräbern fragen immer mehr Hinterbliebene nach Rasenreihengräbern, Rasenwahlgräbern, Urnen-Nischen in Stelen oder Urnenrasenwahlgräbern.

Die Städte, auch Burladingen, reagieren darauf, die Friedhofsausstattungen, die Gräberfelder und auch die Friedhofsordnung werden in Abstimmung mit den zuständigen Ortschaftsräten jeweils angepasst.

Auf dem großen Friedhof in Hausen steht fast jährlich eine Sanierungsmaßnahme an. In diesem Jahr war es wieder einer der Wege, der gerade Durchgang zum hinteren Bereich des Friedhofs, der neu angelegt und mit Pflastersteinen erneuert wurde. Denn hier hatte sich der Boden aufgehoben und gefährliche Stolperfallen entstehen lassen. Die sind jetzt beseitigt.

Eins der Dauerthemen ist die alte Friedhofsmauer, die sich rund um das Gelände zieht. Auch hier muss immer wieder saniert werden. Und es wird recycelt. Denn für die schönen großen Sandsteinplatten, die in der Friedhofsmauer einst als Abdeckplatten verbaut wurden, hat der Ortsvorsteher eine weitere Verwendung gefunden. Er hat sie zurechtsägen lassen und als Bänke aufgestellt, sie dienen jetzt als massive Sitzgelegenheiten für die Friedhofsbesucher die ein paar besinnliche Momente verweilen wollen.

Außerhalb der Friedhofsmauer, von einem kleinen Holzzaun umrahmt, steht unter einer großen mächtigen Buche ein großes Kreuz mit einem Christus daran. Hier ist ein Ort des Gedenkens für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Sportvereins. Auch das Holzkreuz wurde in den vergangenen Jahren saniert, der Zaun repariert.

Auch ein Teil der alten Grabsteine, die man im Winkel im Bach gefunden hat, wo sie einst entsorgt wurden, wurden wieder auf den Friedhof geschafft und in ein stillgelegtes Gräberfeld gestellt. "Jetzt sind sie so eine Art Zeitzeugen. Ich finde das schön", kommentiert Staiger. Vor allem, wenn die rundherum eingesäten bodennahen Blümchen im Frühjahr und im Sommer in gelb und rot blühen, seien sie eine Augenweide für die Friedhofsbesucher, sagt Staiger.

Viele der Menschen, die hier begraben sind und alle Besucher, die Staiger jüngst beim Rundgang begegnen, kennt der Rathauschef persönlich. Ganze Familiengeschichten, von denen so mancher Grabstein erzählt, kann er widergeben und erläutern. Und obwohl die Hanglage alle Sanierungsarbeiten erschwert, wird dafür gesorgt, dass der Friedhof ansehnlich bleibt. Denn er soll nicht nur letzte Ruhestätte für die Verstorbenen, sondern auch ein Ort der Ruhe und Besinnung für die Hinterbliebenen.