Burladingen

Harry Ebert: Grupps Aussöhnung liegt auf Eis

von Klaus Stopper

Burladingen - Das wird wohl nichts mit der von Trigema-Chef Wolfgang Grupp versuchten schnellen Aussöhnung von Burladingens Bürgermeister Harry Ebert und dem Gemeinderat.

CDU-Gemeinderätin Dörte Conradi hat nun bekannt gegeben, dass für sie ein solches Gespräch erst dann in Frage kommt, wenn das vom Landratsamt betriebene Disziplinarverfahren gegen Ebert abgeschlossen ist.

Und das wird "sicher einige Wochen" dauern, erklärte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung Sabine Geiser, Pressesprecherin des Landratsamts und betonte: "Hier sind mehrere Verfahrensschritte einzuhalten, das lässt sich nicht einfach beschleunigen."

Dörte Conradi ist dennoch überzeugt, dass ein Gespräch vor der Bewertung der Vorgänge durch das Landratsamt nicht sinnvoll ist. "Das ist doch die einzig richtige Reihenfolge", meinte sie gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, "sonst fehlt ja irgendwie die Basis für ein Gespräch". Mit Trigema-Chef Wolfgang Grupp habe sie die Terminfrage bereits besprochen.

"Ich muss mich danach richten", bedauert Grupp, der keinen Hehl daraus macht, dass er ein kurzfristig anberaumtes Gespräch besser gefunden hätte, um das aktuelle Zerwürfnis zwischen Bürgermeister und Gemeinderat schnell aus der Welt schaffen zu können.

Ob ein Gespräch diese gewünschte Wirkung haben könnte, darf ohnehin bezweifelt werden. Ebert hatte Wolfgang Grupp gegenüber zwar schon zugesagt, dass er sich für seine verbalen Entgleisungen entschuldigen wird. Aber sowohl Alexander Schülzle (Freie-Wähler) als auch Dörte Conradi (CDU) haben deutlich gemacht, dass für sie die Einschätzung Eberts der Flüchtlingsfrage gegenüber zwingend ebenfalls ein Thema sein muss. Auf diesem Gebiet eine Kompromisslinie zu finden, das dürfte schwer sein.

Auslöser des Zerwürfnisses war ein Bericht von Harry Ebert im Amtsblatt über den Besuch eines AfD-Landtagsabgeordneten im Burladinger Rathaus, ergänzt durch eigene Kritik an einer seiner Ansicht nach luxuriösen Unterbringung von Flüchtlingen.

Einen Besuch des Gemeinderats in einer Flüchtlingsunterkunft kommentierte er auf Facebook als "Asylantenschau", die Gemeinderäte nannte er "Landeier". Daraufhin hatten die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Dörte Conradi, und Freien Wählern, Alexander Schülzle, im Gemeinderat ihre Ämter aus Protest niedergelegt.

Ebert wurde zudem von Landrat Günther-Martin Pauli zum Gesprächstermin einbestellt und auf seine Mäßigungspflicht als Bürgermeister hingewiesen. Zudem wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet.