Burladingen

Das Pieksen überlässt sie lieber anderen

von Erika Rapthel-Kieser

Halle mieten, Helfer organisieren, Flyer und Plakate verteilen, Zeitschriften kaufen und Vesper bestellen: Die 60-jährige Annemarie Arnold ist seit vielen Jahren die verlässliche Frau im Hintergrund, wenn es um die Organisation der Blutspendetermine geht.

Burladingen-Ringingen. So wie derzeit, denn auch der Termin am Donnerstag, 21. Februar, ab 14.30 Uhr, in der Ringinger Turn- und Festhalle, will gut vorbereitet sein. Annemarie Arnold ist seit über 40 Jahren Mitglied im Deutschen Roten Kreuz in der Ortsgruppe Ringingen. In ihrem Dorf war das damals die In-Clique, in der sich viele junge Menschen engagierten. "Da geht es auch um den Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen", sagt sie.

Zusammen mit dem DRK ist sie älter geworden und staunt heute manchmal, wie viel sich in der Organisation verändert hat. "Wir sind so viel professioneller geworden", sagt sie. Dabei haben Menschen wie sie dazu beigetragen, dass das DRK längst auf so hohem Niveau funktioniert, haben sich engagiert, weitergebildet, ihr Wissen weitergegeben und auf verschiedenen Positionen für die funktionierende Alarmierungs- und Einsatzstruktur gesorgt.

Auch Annemarie Arnold war viele Jahre Bereitschaftsleiterin, bevor sie als Stellvertreterin in die zweite Reihe trat. "Da sollen jetzt mal jüngere ran", hat sie damals gesagt, und ihr Sohn hat gelacht und die Mutter gefragt, was sie an dem zusätzlichen freien Abend denn nun anfangen will. Dabei ist Annemarie Arnold als Helfer vor Ort, immer dann, wenn es Notsituationen oder Einsätze gibt, auch jetzt noch aktiv und viermal im Jahr organisiert sie die Blutspendetermine in der Ringinger Halle, quasi vor ihrer Haustür.

"Da haben wir ein tolles Team", freut sie sich darüber, dass sie die Arbeit nicht alleine leisten muss. Mit der Ortsverwaltung und dem Fronmeister Matthias Kraus klappt das im Vorfeld schon immer prima, sagt sie. Und dann gebe es da noch den Trupp der rüstigen Rentner, der beim Auslegen des Schutzbodens hilft und beim Aufstellen und Abbauen der Betten. Ebenso die Frauengruppe, die sich um das Verteilen des Vespers kümmert, Kaffee und Kuchen samt süßer Stückle anbietet und sich um das leibliche Wohl der Blutspender kümmert. "Die sind gar nicht Mitglied im DRK, aber sie helfen immer", sagt Annemarie Arnold über diese Frauen.

Dass die DRK-Ortsgruppe so eine gute Kochgruppe hat, die mit ihrer Feldküche schon Preise einheimste, davon profitieren auch die Blutspender. Denn zwei aus der Feldküche, Christel und Karl Unmuth, sind bei den Terminen immer vor Ort. Sie sorgen dafür, dass es mal Gulaschsuppe, mal Maultaschen, mal Salatbüffet oder auch Spaghetti gibt.

Mit den meisten Spendern ist Annemarie Arnold per Du, denn viele kommen regelmäßig. "Und nach so vielen Jahren kennt man sich schon", sagt die engagierte DRK’lerin. Die Näherin kennt sich mit Nadeln zwar aus, aber das Pieksen beim Blutspendetermin überlässt sie anderen. Dazu seien schließlich Ärzte vor Ort, die vor der Blutspende mit den Menschen Gespräche führen, den Fragebogen mit ihnen durchgehen, nach Medikamenteneinahme, Vorerkrankungen oder Auslandsreisen fragen, um Risiken auszuschließen und nach der Spende dafür Sorge tragen, dass keiner kollabiert. Die Ärzte kümmern sich nach der Blutabnahme um die Spender: Die sollen sich eine Weile auf den Betten ausruhen.

"Als nächstes kommt der digitale Fragebogen", kündigt Annemarie Arnold an. Dann wird das DRK wieder ein Stück professioneller.

Übrigens: Blutspender sollten auf jeden Fall zum Termin ihren Ausweis mitbringen, mindestens 50 Kilo wiegen und 18 Jahre alt sein.