Burladingen

Bittere Pille: Aus dem Neubaugebiet wird dieses Jahr nichts

von Schwarzwälder Bote

Burladingen-Starzeln (eb). Mit der Vorberatung der Mittelanmeldung für das Haushaltsjahr 2020 war die Tagesordnung des Ortschaftsrats eigentlich wenig spektakulär. Unmut der Ortschaftsräte entzündete sich jedoch daran, dass dies in seiner letzten Sitzung noch der "alte" Ortschaftsrat tun sollte. Man wollte dies lieber dem neuen Ortschaftsrat, der einige personelle Veränderungen bringt, überlassen, denn der müsse den Beschluss dann verantworten. Das sei aber, so Ortsvorsteher Berthold Krieg, momentan nicht möglich, da der neue Ortschaftsrat noch nicht konstituiert sei und dies laut Schreiben der Stadtverwaltung erst im September erfolgen kann.

Die Nachfrage, warum Melchingen und Ringingen dann zum Thema Haushaltsmittel 2020 mit den neuen Ortschaftsräten Beschluss gefasst hätten und Starzeln das mit dem neuen Ortschaftsrat nicht hinkriegt, blieb letztlich unbeantwortet.

Man rang sich doch zu einer Beratung durch, zu der ein Rat anmerkte: "ist doch egal, was wir beschließen, was wir kriegen, bestimmt ja doch der Gemeinderat in Burladingen". Zwei Ortschaftsräte bekundeten, sich der Stimme zu enthalten. Bevor es allerdings mit der Beratung zur Mittelanmeldung losging, mussten die Räte noch eine bittere Pille schlucken: Ortsvorsteher Berthold Krieg teilte mit, dass aus dem innig gewünschten Neubaugebiet in diesem Jahr nichts mehr wird. Der zuständige Sachbearbeiter des Stadtbauamts und das planende Büro bringen dies wegen Arbeitsüberlastung nicht mehr auf die Reihe.

Der Putz leidet

Dagegen erhält die Keltenstraße einen neuen Belag, und die Bergstraße wird saniert. Baubeginn für beide Maßnahmen ist im nächsten Monat. Die Debatte über die Haushaltsmittel für 2020 verlief dann weniger aufgeregt, wenn auch diskussionsreich. Unstrittig war unisono die Neugestaltung des Dorfplatzes, auf die man schon lange wartet – auf Platz eins der Prioritätenliste. Auf Platz zwei die Erneuerung der Geländer an der Ortsdurchfahrt der B 32 im Bereich der Unterführung und die Sanierung der dortigen Betonmauern, die aus der Sicht der Räte wohl kaum mehr verkehrssicher seien. Der Haken daran sei die Kostentragung. Sprach man zunächst vom Bund als Kostenträger, so ist neuerdings aufgrund alter Verträge die Stadt zuständig.

Der Einwurf eines neugewählten Ratsmitglieds, das die Sitzung als Besucher verfolgte, Verträge könne man kündigen, dürfte bei einem öffentlich-rechtlichen Vertrag wohl kaum weiterhelfen.

Auf Platz drei landeten Mittel für ein Bürgerhaus und auf Platz vier die Rathaussanierung. Hier geht es hauptsächlich um die Außenfassade, deren Pflanzenbewuchs zwar schön anzusehen ist, aber den Putz zerstört. Erneuert man diesen, kommt unweigerlich die Frage nach einer energetischen Ertüchtigung auf den Tisch – eine Maßnahme die schon lange im Raum steht. Auf Rang fünf landete die Kirchturmsanierung und auf Platz sechs das Hochwasserkonzept – beide wohl weit abgeschlagen. Letztlich wurde diese Haushaltsanmeldung mit sechs Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen.

Und auch für die konstituierende Sitzung des neuen Ortschaftsrates wurde ein Termin gefunden. Diese soll nun am Montag, 9. September, stattfinden.