Burladingen

Belasteter Bauschutt auf Festplatz

von Erika Rapthel-Kieser

Burladingen-Gauselfingen - Der Gauselfinger Rentner Franz Fischer ärgert sich. "Ich weiß nicht, was das soll", sagt er auf dem Gauselfinger Fest- und Verkehrsübungsplatz stehend. Die Fläche vor dem Jugendclub verunzieren derzeit hohe Erd-, Asphalt und Schotterhügel. Der Schwarzwälder Bote erfuhr: Das Material ist sogar belastet.

Es stammt, so erklärt Ortsvorsteher Rudi Kanz auf Anfrage des Schwarzwälder Boten, von den Erdarbeiten in der Haslebergstraße. Dort werden auf einer Strecke von rund 300 Metern, vom Bereich der Einmündung "Am Bergle" bis zum Ortsende derzeit mit aufwendigen Tiefbauarbeiten die Wasserleitungen erneuert und die Hausanschlüsse ausgetauscht. Der Straßenabschnitt ist während der Bauzeit voll gesperrt, zwei Monate sollen die Bauarbeiten dauern.

Für diese Zeit suchte man eine große Fläche, um das Aushubmaterial darauf zwischenzulagern. Denn: "Das Material ist mit Teer belastet. Deswegen musste es ein befestigter Platz sein und nicht irgendeine Wiese. Man will vermeiden, dass der Teer bei Regen mit dem Wasser ins Erdreich dringt, das wäre sehr schädlich", sagt der Gauselfinger Rathauschef. Es habe deswegen sogar einen Vor-Ort-Termin mit dem Landratsamt gegeben und der Festplatz direkt vor dem Jugendclub sei die einzige Möglichkeit gewesen.

Den Festplatz, da ist sich der Gauselfinger Rentner Fischer sicher, macht das aber kaputt. Vierzig Jahre hat er als Polier und auf dem Bau gearbeitet und kennt sich aus, wie er sagt. "Das hält der Platz nicht aus und auch die weißen Linien, die den Verkehrsübungsbereich markieren, sind danach sicher komplett dahin", moniert der 74-Jährige. Auf dem Gelände übt die Polizei regelmäßig mit Schülern das richtige Fahrradfahren und die Einhaltung der Verkehrszeichen ein. Dafür müssen sich die Beamten mit ihren Schützlingen in den nächsten zwei Monaten wohl einen anderen Platz suchen. Der Verkehrsübungsplatz Gauselfingen kommt erst mal nicht mehr in Frage.

Auch die Umgebung, am ansonsten idyllischen Radweg entlang der Fehla gelegen, findet Fischer wenig ansehnlich. Da wäre zwar ein kleiner Grillplatz, direkt neben dem Bolzplatz und dem Jugendclub, aber unmittelbar daneben steht ein abgemeldetes Schrottauto, es liegen riesige Kabelrollen herum und kleine Hügel aus altem Asphaltmaterial. Wer sein Altglas oder Altpapier in die nahe gelegenen Recyclingcontainer werfen will, "braucht Gummistiefel, weil die Fläche davor total verhunzt ist und dort riesige Wasserlachen stehen", sagt Fischer.

"Jeder macht hier seinen Lagerplatz, und keiner räumt auf"

Für ihn ist das seit geraumer Zeit ein Ärgernis. "Jeder macht hier seinen Lagerplatz und keiner räumt auf."

Fischer bleibt die Hoffnung, dass nach der Baumaßnahme Hasleberg der Festplatz wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt wird. "Die weißen Linien müssen wir ohnehin fast jedes Jahr erneuern", argumentiert Kanz, und wenn der Platz kaputt ist, müsse er eben neu gerichtet werden. Und vielleicht kümmert sich dann auch jemand um den unansehnlichen Rest daneben.