Burladingen

Aufatmen: Das Ärztehaus kommt doch

von Maja Dick

Burladingen - Paukenschlag in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag: Kaspar Pfister will das Ärztehaus jetzt doch bauen. Und unter "Verschiedenes" schildert Bürgermeister Harry Ebert seine ganz eigene Sicht auf die vergangenen Monate.

Kaspar Pfister und Harry Ebert haben offensichtlich eine Einigung gefunden. Der Gemeinderat war über diese Entwicklung am Donnerstag offensichtlich schon informiert. Ebert erklärte, wie der Ablauf aussehen könnte: Pfister könne mit dem Rathaus Kontakt aufnehmen, und er werde dann delegieren, wer als Fachmann für diesen oder jenen Aufgabenbereich eingesetzt werde. Zumindest ein Stück weit hat sich Ebert damit durchgesetzt. Und Pfister war das Ärztehaus in seiner Heimatstadt dann wohl doch zu wichtig, um es wegen einer Person zu beerdigen. Er habe Kaspar Pfister schon Anfang April mitgeteilt, dass man so verfahren könne. Pfister habe damals abgelehnt, erklärte Ebert.

Der ehemalige Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende Alexander Schülzle stellte nach Eberts Erklärung dann sogleich den Antrag, dass der Ärztehaus-Projektbeirat mit Pfister zusammenarbeiten solle. Ebert will den Antrag in der nächsten Sitzung beraten. Ebert selbst kommentierte die Wendung mit den Worten: "Dass wir hier die Sektkorken knallen lassen können, davon sind wir weit entfernt."

Interessant zu hören, vor allem für die ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Dörte Conradi, waren Eberts Erklärungen für die Streitereien, die es seit Monaten zwischen ihm und dem Gemeinderat gibt. So sagte der Bürgermeister, dass weder seine "angebliche Nähe zur AfD" noch seine Landei-Beleidigung schuld an dem Konflikt seien.

"Was soll das alles?", fragte Ebert in die Runde. Das Ärztehaus sei nur ein vorgeschobener Grund, meint er. "Die alleinige Schuld liegt bei Ihnen, Frau Conradi." Denn: "Die wahren Gründe Ihres Agierens sind die Landtagswahl im vergangenen Jahr und die Bundestagswahl im September. Ebert soll dafür herhalten, damit Sie Wähler gewinnen können." Dafür sei sie (Conradi) bereit, unter anderem auch das Ärztehaus zu opfern. Damit Conradis Plan aufgebe, " muss die Auseinandersetzung persönlich werden, sonst ist es schwer, alles bis September am Köcheln zu halten", so Ebert.

Diese Sätze wurden vom Gemeinderat mit unterdrücktem Gekicher quittiert. Conradi selbst nannte Eberts Erklärung "spannend". Und weiter: "Was sie sagen, grenzt an Hellseherei und an Verschwörungstheorie."

Das Ende der öffentlichen Sitzung nutzten einige Räte für eine kleine Pause an der frischen Luft. Eberts Ausführungen wurden dabei teilweise sehr belustigt diskutiert.